DGU-Präsident: Datenschutz verwässert Traumaregister

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Berlin (pag) – Ein großes Thema sind Register: Im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (22. bis 25. Oktober) auf der Messe Berlin geben die zuständigen Fachgesellschaften einen Eindruck, was die Besucher der viertägigen Veranstaltung erwartet.

Die neue Datenschutzgrundverordnung macht Prof. Paul Grützner zu schaffen. „Unser Register 2018 hat eine erhebliche Unschärfe“, bemängelt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Im Traumaregister der Fachgesellschaft werden Schwerverletztenfälle erfasst. Notwendig ist allerdings die Zustimmung der Betroffenen. „Dies stellt bei schwerstverletzten Patienten regelmäßig eine organisatorische und ethisch höchst schwierige bis unlösbare Herausforderung dar“, meint Grützner, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist. Er wünscht sich zur Beseitigung der Unschärfe eine „gesetzliche Erlaubnis zur Eingabe der pseudonymisierten Daten ohne vorige Einwilligung des Patienten“. Die Daten aus dem Register werden für das „Weißbuch Schwerverletztenversorgung“ ausgewertet, das jetzt in seiner dritten Auflage erschienen ist.

Große Hoffnungen setzt Prof. Carsten Perka, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), in das jüngst vom Bundestag abgesegnete Implantate-Register. Am 1. Juli 2021 soll es an den Start gehen. Perkas Gesellschaft hat bereits seit 2012 gemeinsam mit Krankenkassen und Industrie das Endoprothesenregister Deutschland aufgebaut. Es könne als „Blaupause“ für das neue Register dienen. Perka plädiert dafür, dass die Implantate aller Patienten erfasst werden. Für sinnvoll erachtet er außerdem eine Bewertung der Operationsqualität. Die Gefahr sei allerdings, dass Ärzte oder Kliniken komplizierte Eingriffe ablehnen, da sie negativ bewertet werden können.

Neben DGU, DGOU und DGOOC ist der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) Veranstalter des Kongresses.

Das Programm finden Sie hier.

Das „Weißbuch Schwerverletztenversorgung“ finden Sie hier.