DGU: HPV-Impfung für Jungen war längst überfällig


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) begrüßen die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) vom 5. Juni, die HPV-Impfung nun auch für Jungen zu empfehlen. Gleichzeitig sichern die urologischen Spitzenverbände der STIKO ihre volle Kooperation und Unterstützung bei der anstehenden Implementierungsphase zu.

Hintergrund

Lange haben sich Deutschlands Urologen für die Ausweitung der HPV-Impfung auf den männlichen Nachwuchs stark gemacht. Jetzt endlich ist die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut nachgezogen und hat am 5. Juni eine Vorabinformation herausgegeben. Danach empfiehlt das Expertengremium die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) jetzt auch für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Für eine Nachholimpfung spricht sich die STIKO bis zum Alter von 17 Jahren aus. Die HPV-Impfempfehlung für Mädchen bleibt indessen unverändert.

Aus Sicht von DGU und BDU war die jetzige Impfempfehlung für Jungen längst überfällig, um eine effektive impfmedizinische Präventionsstrategie gegen HPV -assoziierte Erkrankungen für beide Geschlechter zu etablieren, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der urologischen Fachgesellschaft. Dass sich durch die HPV -Impfung von Kindern und Jugendlichen, optimalerweise vor Aufnahme der sexuellen Aktivitäten, nicht nur Gebärmutterhalskarzinome, sondern auch andere HPV -assoziierte Karzinome von Frauen und Männern effektiv verhindern lassen, sei wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen. Dazu gehören Krebserkrankungen von Vulva, Scheide, Penis, After, Mund, Rachen und Kehlkopf. „Zudem schützt die Impfung beide Geschlechter vor den wesentlich häufigeren Anogenitalwarzen, so der HPV -Experte des Berufsverbandes, Dr. Wolfgang Bühmann. 

Klinische Bedeutung

Allerdings ist die neue STIKO-Empfehlung erst mit der Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 34/2018 des Robert Koch-Instituts Ende August offiziell. Danach hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) drei Monate Zeit, die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie zu prüfen, welche die Kostenübernahme von Impfungen durch die Gesetzliche Krankenversicherung regelt. 

DGU und BDU sind indessen bestens auf die Implementierung der HPV-Impfung für Jungen vorbereitet: „Mit unseren Jungensprechstunden beim Urologen haben wir die notwendigen Versorgungsstrukturen geschaffen und können dazu beitragen, den männlichen Nachwuchs zu erreichen, aufzuklären und zu impfen und das nicht zuletzt mit Blick auf die Nachholimpfungen bis 17 Jahre,“ betonte Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen. Dazu gehören auch medizinische Fortbildungen zu HPV-bedingten Erkrankungen, Impfkurse sowie für die entsprechenden Zielgruppen aufbereitete Online-Informationen auf www.jungensprechstunde.de und auf der Homepage der DGU www.urologenportal.de. Schon im Herbst 2018 werden die Verbände mit einer urologischen Themenwoche zur HPV-Impfung für Jungen in Zusammenarbeit mit der STIKO die breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren“, sagte DGU-Pressesprecher Prof. Christian Wülfing.