DGHO 2022 – Peptid-basierter COVID-19-Impfstoff induziert T-Zell-Antwort bei Krebspatienten mit B-Zell-Defizienz

  • Michael Simm
  • Konferenzberichte
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Kernbotschaften

Der Peptid-basierte Impfstoff CoVac1 hat in einer offenen Studie der Phase 1-2 bei 54 Patienten mit angeborener oder erworbener B-Zell-Defizienz nach einer einzigen subkutanen Dosis bei 86 % eine SARS-CoV-2-spezifische T-Zell-Antwort hervorgerufen, die gemäß Labordaten stärker war, als bei immunkompetenten Genesenen. Die noch nicht publizierte Arbeit wurde auf der DGHO-Tagung als einer der besten Abstracts ausgezeichnet.

Hintergrund

Krebspatienten, die aufgrund ihrer Krankheit oder behandlungsbedingt unter einer B-Zell-Defizienz leiden, sind gegenüber einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 besonders vulnerabel und auf die Induktion von T-Zellen angewiesen. Wie eine Phase-1-Studie mit gesunden Probanden gezeigt hat, ist ein vielversprechender Kandidat dafür CoVac1. Der Peptid-basierte T-Zell-Aktivator kombiniert T-Zell-Epitope verschiedener viraler Proteine mit XS15, einem Agonisten des Toll-ähnlichen Rezeptors 1/2 in einer patentgeschützten Emulsion (MontanideTM ISA 51 VG).

Ergebnisse

  • Der Impfstoff wurde 50 Tumorpatienten und 4 Menschen mit angeborenen B-Zell-Defekten verabreicht. 83 % hatten zugelassene Impfstoffe erhalten, jedoch keine SARS-CoV-2-spezifischen Antikörper gebildet.
  • Außer einer erwarteten und beabsichtigten lokalen Reaktion an der Injektionsstelle gab es keine Nebenwirkungen.
  • Bis zum Tag 28 zeigten 86 % der Patienten eine langanhaltende, CoVac1-spezifische T-Zell-Antwort. Diese deckte auch neuere sogenannte „Variants of Concern“ ab, einschließlich Omikron.
  • Eine Phase-3-Studie ist geplant, für die noch ein Partner aus der Industrie gesucht wird. Weiterhin soll CoVac1 auch bei anderen Patientengruppen erprobt und das Konzept auf Infektionen wie CMV und EBV ausgeweitet werden.

Finanzierung: Eigenfinanziert.