DGHO 2019 – Register OPAL überwacht Veränderungen beim fortgeschrittenen Brustkrebs


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
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Kernbotschaften

Eine neue Registerplattform (OPAL) konzentriert sich darauf, die Veränderungen in der Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs in Deutschland zu erfassen. Repräsentiert sind sowohl die medizinischen, als auch die gynäkologischen Onkologen, und erfasst werden auch die von Patienten berichteten Behandlungsergebnisse. Die von Professor Thomas Decker (Ravensburg) dargestellte Arbeit wurde als einer von 6 „Best Abstracts“ der DGHO-Tagung ausgezeichnet. Anfragen zur Beteiligung können gestellt werden unter opal@iomedico.com.

Hintergrund

Die Behandlungslandschaft beim Brustkrebs wandelt sich rapide. „Momentan haben wir so viele Veränderungen in allen Bereichen, dass das durch Studien nicht mehr erfasst werden kann“, erklärt Professor Thomas Decker den Bedarf für das neue Register.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Von 2007 bis Juni 2016 wurden im deutschen Tumorregister Mammakarzinom (TMK) die Therapien und Behandlungsergebnisse von über 4500 Patientinnen durch Onkologen aus mehr als 140 Zentren erfasst.
  • Darauf aufbauend ist auch das im Dezember 2017 gestartete OPAL prospektiv, beobachtend, offen und multizentrisch angelegt, konzentriert sich aber auf Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs. Insgesamt sollen mindestens 2000 Patientinnen rekrutiert und in 3 Kohorten stratifiziert werden: 1000 Hormonrezeptor-positive, HER2-negative Patienten und jeweils 500 Patientinnen mit HER-positiven Mammakarzinomen bzw. einem 3-fach negativen Brustkrebs.
  • Bei der Anti-HER2-Therapie ist der Anteil der Patientinnen, die mit Trastuzumab und Pertuzumab behandelt werden, auf mittlerweile 77 % gestiegen. Weitere 10 % erhalten Trastuzumab allein; nur 13 % erhalten den Wirkstoff nicht (Rohdaten Juni 2019, n=137). Der Anteil der Trastuzumab-Biosimilars lag bei 27 %; 73 % erhielten zuletzt das Originalpräparat Herceptin®.
  • Nachdem in den Jahren 2012 – 2016 Hormontherapie (51 %) und Chemotherapie (49 %) beim fortgeschrittenen HR+ Brustkrebs fast gleichwertige Strategien waren, sind mittlerweile die CDK4/6-Inhibitoren auf dem Vormarsch. Sie wurden in den Jahren 2017 – 2019 an 64 % der Patientinnen verabreicht, eine Chemo- bzw. Hormontherapie erhielten jeweils 18 % (n= 278).