DGHO 2019 – Patientenberatung zum Off-Label-Use ist besonders anspruchsvoll


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
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Kernbotschaften

Ein erheblicher Teil der Anfragen beim Krebsinformationsdienst (KID) kommen von Patienten, die nach Therapien fragen, die in der jeweiligen Indikation (noch) nicht zugelassen sind. Einen Überblick zu den Sorgen und Wünschen dieser Patienten gab Dr. Andrea Penzkofer. Die Leiterin Wissensmanagement beim KID wies darauf hin, dass für Fachkreise eine eigene Telefonnummer bereitsteht: 0800 – 430 40 50 (Mo.-Fr. 8:00-20:00).

Hintergrund

In der Onkologie werden vergleichsweise häufig Medikamente eingesetzt, die für die jeweilige Indikation nicht zugelassen sind. Dieser „Off-Label-Use“ bringt für das Aufklärungsgespräch eine Reihe zusätzlicher Verpflichtungen mit sich.

Ergebnisse

  • Ob Off-label oder Standardbehandlung ist für Krebspatienten sekundär. Entscheidend ist die Wirksamkeit.
  • Für die behandelnden Ärzte bedeutet der Off-label Gebrauch einer Therapie einen erhöhten Aufwand in der Beratung und in der Dokumentation. § 8 der Musterberufsordnung (Aufklärungspflicht) präzisiert: „Je weniger eine Maßnahme medizinisch geboten oder je größer ihre Tragweite ist, umso ausführlicher und eindrücklicher sind Patientinnen und Patienten über erreichbare Ergebnisse und Risiken aufzuklären.“
  • Falls verfügbar, sollten Risiken und Nebenwirkungen im Vergleich zur Standardtherapie diskutiert werden, inklusive schwerstmöglicher Verläufe.
  • Die Kostenerstattung spielt für die Patienten ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Dazu braucht es eine nachvollziehbare, detaillierte Begründung an die Krankenkasse.