DGHO 2019 – Gentests sollen helfen, Chemotherapien bei HR+ Brustkrebs einzusparen


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
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Kernbotschaften

Zahlreiche Studien haben Hinweise ergeben, bei welchen Patientinnen mit frühem Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs (EBC) auf eine Chemotherapie verzichtet werden kann, berichtet Professor Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums an der Frauenklinik der Universität München. Genexpressionstest spielen dabei eine zunehmend wichtige Rolle. „Angesichts der guten Heilungschancen mit der Standardtherapie sollte eine De-Eskalation mit Verzicht auf eine (neo)adjuvante Chemotherapie aber nur evidenz-basiert oder im Rahmen klinischer Studien erfolgen“, so Harbeck.

Hintergrund

Beim frühen Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Brustkrebs (EBC) sind die Tumorbiologie und die Tumorlast hauptsächlich entscheidend für die Frage, ob eine Chemotherapie in Betracht kommt. Genexpressionstests könnten hier wichtige Hinweise geben, ihr Einsatz im klinischen Alltag ist allerdings noch keine Routine.

Ergebnisse

  • Patientinnen, deren Tumore eine hohe Hormonreptordichte haben und sich nur langsam teilen (luminal A), benötigen bei bis zu 3 befallenen Lymphknoten nicht zwingend eine Chemotherapie, Karzinome vom Typ luminal B mit hoher Proliferationsrate dagegen immer, ebenso Frauen mit 4 oder mehr befallenen Lymphknoten.
  • Genexpressionstests können bei der Indikationsstellung zur (neo)adjuvanten Chemotherapie helfen. Zwei davon (Oncotype DX® und MammaPrint®) wurden in den prospektiven Studien TAILORx, PlanB und MINDACT evaluiert, zwei weitere (EndoPredict® und Prosigna®) an Tumorbanken von Phase 3-Studien.
  • Signalisieren Oncotype DX® oder MammaPrint® ein niedriges Risiko und sind nicht mehr als 3 Lymphknoten befallen, so bedeutet dies, dass die Patientinnen von einer zusätzlichen Chemotherapie kaum oder gar nicht profitieren würden.
  • Mit Ausnahme des kürzlich aufgenommenen Oncotype DX® bei pN0-Tumoren ist noch keine Testung in der Regelversorgung möglich. Bei pN1 ist hier außerhalb der ASV ein Kostenübernahmeantrag notwendig.