DGHO 2019 – Die Hämatologie-Highlights des Jahres


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
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Kernbotschaften

Seit der letztjährigen Jahrestagung der DGHO hat es im Bereich der Hämatologie zahlreiche bemerkenswerte Fortschritte gegeben. Diese kamen im Wesentlichen durch die Einführung neuer Agentien wie Flt-Inhibitoren, durch anti-CD47 Antikörper oder die CAR-T Zelltherapie zustande. Im Bereich der Chemotherapien wurden dagegen kaum noch Fortschritte erzielt. Dies erläuterte Prof. Markus G. Manz, Direktor der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie des Universitätsspital Zürich in einem Übersichtsvortrag zur Eröffnung der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Berlin.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Bei der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) tragen etwa 30 % der Patienten aktivierende Mutationen der Flt3-Kinase. Hier wurden als spezifische Wirkstoffe der neuesten Generation Quizartinib und Giltertinib hervorgehoben. Erstere Substanz erwies sich in der QuANTUM-R Studie im Vergleich zu einer Salvage-Chemotherapie als lebensverlängernd bei Patienten mit refraktärer oder rezidivierter (r/r) FLT3-mutierter AML mit internen Tandemduplikationen. Gilteritinib überzeugte in der globalen Phase 3-Studie ADMIRAL ebenfalls mit einer Verlängerung des Gesamtüberlebens und erhielt erst kürzlich eine Zulassungsempfehlung durch die EMA.
  • Beim weit vorangeschrittenen r/r Non Hodgkin-Lymphom sind Anti-CD19 CAR T-Zellen im klinischen Alltag angekommen. Die 2-Jahresraten des progressionsfreien Überlebens (PFS) liegen bei 30 – 40 %. Aktuelle Studien untersuchen den Einsatz in früheren Therapielinien, während CAR T-Zell Kombinationstherapien der zweiten Generation bereits klinisch erprobt werden.
  • Zur „Chemo-freien“ Therapie der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) wurden 4 Studien zitiert. Sie zeigen laut Manz, dass eine Chemotherapie bei p53-mutierter CLL obsolet ist, dass Venetoclax-Obinutuzumab bei Patienten mit Co-Morbiditäten bezüglich des PFS effektiver ist als Chlorambucil- Obinutuzumab und dass Ibrutinib besser ist als eine Chemo-Immuntherapie. Laufende Studien sollen klären, ob mit Kombinationsbehandlungen eine MDR-Negativität und ein Absetzen der Therapie möglich sind.