DGHO 2018 – Fortschritte bei metastasierten HR+ Mamma-CA sind in der Schwerpunktpraxis angekommen


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
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Kernbotschaften

Eine Stichprobe aus 5 onkologischen Schwerpunktpraxen in Rheinland-Pfalz, die durch das Institut für Versorgungsforschung in der Onkologie (Koblenz) ausgewertet wurde, zeigt für den Behandlungszeitraum 1995 - 2017, dass unter 1318 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs das mediane Gesamtüberleben bei 36,9 Monaten lag. Das ist vergleichbar mit den Ergebnissen aus klinischen Studien und liegt deutlich über den Daten des Rheinland-Pfälzischen Krebsregisters. Die Verbesserungen im Gesamtüberleben waren beschränkt auf Tumoren mit positivem Hormonrezeptor (HR+) und/oder HER2-Überexpression, was die Autoren mit den verbesserten zielgerichteten Therapien für diese Patientinnen erklären. „Die Schritte, die wir machen sind klein, aber wir gehen in die richtige Richtung“, so der Erstautor der Studie Professor Dr. Rudolf Weide von der Praxisklinik für Hämatologie und Onkologie Koblenz.

Klinische Bedeutung

Die aus klinischen Studien berichteten Erfolge bezüglich der Überlebensraten wurden häufig an ausgewählten Patientenpopulationen mit vielen Ausschlusskriterien im Rahmen einer hochintensiven Betreuung gewonnen. Ein Indikator für die Qualität des Gesundheitssystems ist es, ob und wenn ja wie schnell die Erfolge aus klinischen Studien auch in der Routineversorgung erreicht werden.

Ergebnisse

  • Unter den 1318 Patientinnen im medianen Alter von 62 Jahren betrug die mediane Dauer zwischen der Diagnose des Primärtumors und der Metastasierung 32 Monate. Betroffen war dann zu 57 % das Skelett und zu je 24 % Leber und Lunge. Im weiteren Verlauf fanden sich Metastasen u.a. im Skelett bei kumulativ 70 % der Frauen, in der Leber bei 44 % und im Gehirn bei 21 % mit einem besonders starken Anstieg gegenüber initial 6 % (bei HER2-positiven Tumoren 32 % im Verlauf nach initial 9 %).
  • Der Rezeptorstatus war bei 69 % HR+/Her2-; bei 16 % HR+/HER2+; bei 9 % tripple negativ und bei 6 % HER2+/HR-.
  • Frauen mit einem HER2-positiven Tumor erhielten zu 79 % eine Anti-HER2-Therapie, und zwar am häufigsten Trastuzumab, gefolgt von Trastuzumab/Pertuzumab bzw. in der 3rd-Linientherapie Trastuzumab-Emtansin.
  • Das mediane Gesamtüberleben aller Patientinnen betrug 36,9 Monate (gegenüber 29,0 Monaten im Krebsregister Rheinland-Pfalz). Je nach HR-Status waren es: HR+/HER2+ 48,5 Monate; HR+/HER2- 37,3 Monate; HER2+/HR- 32,7 Monate und triplenegativ 19,9 Monate.