DGGG 2018 – Schwangerschaft an sich verschlechtert die Brustkrebsprognose nicht


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
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Kernbotschaften

  • Fortschritte in der Therapie und Betreuung von an Brustkrebs erkrankten Schwangeren ermöglichen Geburten, ohne die Prognose zu verschlechtern.

Hintergrund

  • Die Inzidenz von Mammakarzinomen in der Schwangerschaft liegt bei 1:3000 – 10000. Als schwangerschaftsassoziiert gelten dabei Mamakarzinome bis ein Jahr nach der Geburt. Alters- und therapiebedingt stellen diese Schwangerschaften oft die einzige Chance auf ein eigenes Kind dar.

Design

  • Wissenschaftlicher Übersichtsvortrag.

Hauptergebnisse

  • Voraussetzung für die optimale Beratung, Diagnostik und Therapie ist die Betreuung und Behandlung in einem spezialisierten Brustzentrum in Kombination mit einem Perinatalzentrum.
  • Eine verzögerte Diagnose wirkt sich im Vergleich zu nicht schwangeren Patientinnen wegen der höheren Tumorstadien und altersbedingt eher aggressiven Tumortypen negativ auf die Prognose aus. Vergleicht man jedoch mit Nichtschwangeren gleichen Alters, Tumorgröße und -Typ, so verschlechtert sich die Prognose durch die Schwangerschaft per se nicht.
  • Um eine zusätzliche Morbidität/Frühgeburtlichkeit des Kindes zu vermeiden, sollte die Schwangerschaft möglichst in Terminnähe gebracht werden. Eine frühzeitige Beendigung der Schwangerschaft verbessert die Prognose der Mutter nicht.
  • Außer im ersten Trimester sind sowohl Operationen der Brust als auch eine Chemotherapie mit Anthracyclinen, Taxanen und evt. Platin möglich, nicht aber Bestrahlung, antihormonelle und Anti-HER2-Therapien.
  • Jede schwangere Mammakarzinompatientin sollte in das Register Breast Cancer in Pregnancy (BCP) der German Breast Group eingeschlossen und möglichst lange nachverfolgt werden.

Experten-Statement

„Die aktuelle Literatur zeigt sogar für Schwangerschaften nach einer abgeschlossenen Erkrankung bessere Überlebensraten (sog. healthy mother effect)“. - Dr. Rachel Würstlein vom Brustzentrum der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität München.