DGGG 2018 – Risikofaktoren für dreifach negativen Brustkrebs identifiziert


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

  • Der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für den dreifach negativen Brustkrebs (triple negative breast cancer, TNBC) sind Mutationen in dem Gen BRCA1. Darüber hinaus identifiziert eine große monozentrische Kohortenstudie auch fertiilitätsbezogene Faktoren.

Hintergrund

  • Bekannt ist, dass Patientinnen mit TNBC bei der Erstdiagnose durchschnittlich 5 - 10 Jahre jünger sind, als solche mit anderen Brustkrebsentitäten, dass Afro-Amerikanerinnen häufiger betroffen sind, und dass jeder 5. TNBC eine BRCA-Mutation aufweist. Weniger gut ist dagegen die Datenlage zu reproduktionsmedizinischen und sozialen Faktoren.

Design

  • Retrospektive Kohortenstudie anhand der prospektiv erstellten Servicedatenbank des Memorial Sloan Kettering Cancer Center (New York, USA) für primäre Mammakarzinome zwischen 1998 und 2011, um Risikofaktoren für die Entwicklung eines TNBC zu identifizieren.

Hauptergebnisse

  • Unter 12.915 auswertbaren Patientinnen war die häufigste Tumorklassifikation Luminal A (70 %), gefolgt von TNBC (15 %), Luminal B (10 %) und Her2+ (5 %).
  • TNBC wurden im Vergleich zu den anderen Entitäten mit 61 % signifikant seltener im Stadium T1 diagnostiziert, und mit 33 % signifikant häufiger in T2.
  • In der TNBC-Gruppe war der Anteil hochgradiger Tumoren mit 92 % am höchsten (Luminal A: 54 %; Luminal B 81 %; Her2+ 89 %). Die Tumorgröße lag mit durchschnittlich 1,7 Zentimetern eindeutig über den anderen Gruppen (1,4 – 1,5 cm). Afroamerikanische Frauen und übergewichtige waren in der TNBC-Gruppe überrepräsentiert.
  • Mit 13 Jahren war der durchschnittliche Zeitraum zwischen Menarche und erster Geburt bei Frauen mit TNBC kürzer als in den anderen Gruppen (durchschnittlich 14 – 15 Jahre). Frauen, die an TNBC erkrankten, waren einerseits signifikant seltener nullipar (17 % gegenüber 24 % / 25 % für Luminal A / B) . Andererseits hatten sie mit 32 % häufiger 3 oder mehr Geburten als die Vergleichsgruppen (23 % - 29 %).
  • Die Auswertung bestätigte den hochsignifikanten Zusammenhang zwischen TNBC und BRCA-Mutationen. Insbesondere Mutationen in BRCA1 erhöhten das Krankheitsrisiko um den Faktor 18.

Experten-Statement

  • „Diese Ergebnisse können helfen, die Früherkennung dieser Tumorentität weiter zu verbessern.“ (Erstautorin Julia C. Radosa, Abteilung für Gynäkologie, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin, Universität des Saarlandes, Homburg).