DGGG 2018 – Neoadjuvante Chemotherapie bei Brustkrebs auch für Ältere geeignet


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
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Kernbotschaften

  • Ältere Frauen mit Brustkrebs sind in Studien zur neoadjuvanten Chemotherapie unterrepräsentiert. Ein Meta-Analyse belegt jedoch, dass ein Großteil ebenfalls von der Behandlung profitiert.

Hintergrund

  • Aktuelle Studien zeigten einen großen und unabhängigen Einfluss des Alters auf die Rate des kompletten pathologischen Ansprechens (pCR) und auf die Prognose bei Patientinnen mit Brustkrebs unter einer neoadjuvanten Chemotherapie (NACT).

Design

  • Gepoolte Analyse der individuellen Daten von 8949 Patientinnen aus 8 prospektiven, randomisierten Studien der German Breast Group Forschungs GmbH zu Anthrazyklin- und Taxan-basierten Therapie mit dem Ziel, die Auswahl solcher Patientinnen zu erleichtern, die von einer NACT profitieren.

Hauptergebnisse

  • Obwohl ca. 40 bis 50 % aller Brustkrebserkrankungen auf ältere Frauen (über 65 Jahren) entfallen, waren sie unter den 8949 Patientinnen nur zu 6,3 % repräsentiert.
  • Im Vergleich zur Gesamtpopulation hatten ältere Frauen (über 65 Jahre) signifikant größere Tumoren und eine höhere Lymphknotenbeteiligung.
  • Histologisch wurden die Tumoren der älteren Studienteilnehmerinnen häufiger als G2 klassifiziert, und sie waren häufiger Östrogenrezeptor-positiv.
  • Der Anteil von pCR korrelierte direkt mit jüngerem Alter.
  • Bei den über 65-jährigen erwies sich ein HER2-negativer Status als prädiktiv für signifikant niedrigeres pCR. Ältere Patienten mit HER2-positivem Status zeigten dagegen ebenso hohe pCR wie jüngere Patientinnen, und die Älteren mit HR+/HER2+ Status hatten sogar ein besseres pCR.
  • Wenn eine pCR erreicht wurde, dann hatten die älteren Patientinnen kein schlechteres Gesamtüberleben.

Experten-Statement

„Die Vorteile einer neoadjuvanten Chemotherapie sollten älteren Patienten nicht allein aufgrund des Alters vorenthalten werden", so der Erstautor Gabriel von Waldenfels von der Frauenklinik an der Charité Berlin. "Außerdem ist die Unterrepräsentation älterer Patientinnen in klinischen Studien kritisch zu hinterfragen.“