DGGG 2018 – Leitlinie Vaginalkarzinom neu aufgelegt


  • Michael Simm
  • Konferenzberichte Onkologie
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Kernbotschaften

  • Früher als geplant wurde die Leitlinie „Vaginalkarzinom, Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ aktualisiert und jetzt auf dem 62. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vorgestellt.

Hintergrund

  • Die bestehende Leitlinie war im Jahr 2012 abgelaufen. Mit dem Update soll die Versorgung der jährlich etwa 500 neu erkrankten Frauen in Deutschland verbessert werden.

Design

  • Die Leitlinie hat die Qualitätsstufe S2k (Konsensuskonferenz) und wurde angemeldet von der DGGG und der Deutschen Krebsgesellschaft, beteiligt waren auch die Österreichischen und Schweizer Schwestergesellschaften. Die Koordination lag bei Prof. Monika Hampel (Frauenklinik der Universität Düsseldorf).
  • Zielgruppen sind Gynäkologen in Praxis und Klinik, Strahlentherapeuten, Radiologen, Pathologen, Onkologen, Palliativmediziner, Selbsthilfegruppen, Psychoonkologen und Patientinnen.
  • Die Patientenzielgruppe besteht neben Frauen mit Vaginalkarzinom auch aus solchen, die durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren an sogenannten vaginalen intraepithelialen Neoplasien (VAIN) erkrankt sind.

Hauptergebnisse

  • In Deutschland erkranken jährlich etwa 500 Frauen neu an einem Vaginalkarzinom. 70 % der Tumore sind durch HPV induziert, der Altersgipfel liegt bei 70 Jahren.
  • Die Behandlung sollte in interdisziplinären und interprofessionellen Teams erfolgen, alle Patientinnen sollen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt werden.
  • Bildgebende Diagnostik: Kontrastmittelgestützte CT von Thorax und Abdomen ab FIGO Stadium II zur Fernmetastasensuche; fMRT für lokales Staging und Ausbreitung im Becken, aber kein FGG-PET/CT in der Primärsituation für das lokale Staging.
  • Therapie: Im FIGO Stadium I sollten umschriebene Tumoren lokal im Gesunden exzidiert und größere Tumoren mit Kolpektomie, ggf. Hysterektomie operiert werden. In den Stadien II bis IV ist eine Radio(chemo)therapie Standard; exenterative Verfahren im Stadium IV sind Teil einer individuellen Therapieentscheidung. Die neodajuvante Chemotherapie ist ein experimentelles Konzept.
  • All diese Empfehlungen hatten in der Abstimmung 100 % Konsens unter den 22/23 Teilnehmern.
  • Geplant und bei der Krebshilfe beantragt ist ein Vaginalkarzinomregister, Meldung über martina.illig@uk-koeln.de, Aufnahme der Daten über eine „Flying Nurse“.