DGE empfiehlt höheren Referenzwert für die Vitamin-B12-Zufuhr


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat gemeinsam mit den Ernährungsgesellschaften aus Österreich und der Schweiz den Referenzwert für die Vitamin B12-Zufuhr angehoben. Die Ernährungsexperten empfehlen künftig Erwachsenen eine tägliche Aufnahme von 4,0 µg. Damit liegt der Wert um ein Drittel höher als die bisher empfohlene Zufuhr von 3,0 µg pro Tag. Laut DGE sollten Veganer dauerhaft das essenzielle Vitamin supplementieren.

Hintergrund

Vitamin B12 ist an lebensnotwendigen Prozessen, unter anderem an der Zellteilung und Blutbildung sowie am Abbau von Fettsäuren und Aminosäuren wie Homocystein, beteiligt. Bei einem Mangel kann es zu Blutarmut, neurologischen Störungen und psychischen Auffälligkeiten wie Ermüdungserscheinungen und depressiven Verstimmungen kommen. Laut Nationaler Verzehrsstudie liegt derzeit die mittlere Zufuhr von Vitamin B12 bei Frauen bei 3,8 μg pro Tag und bei Männern bei 5,3 μg pro Tag. Risikogruppen für eine Zufuhr unterhalb der Referenzwerte sind Veganer und Vegetarier.

Hauptergebnisse

Die Schätzwerte der Fachgesellschaften für eine angemessene Zufuhr von Vitamin B12 orientieren sich am Alter: Im Verlauf der Kindheit steigen sie von 0,5 µg/Tag für Säuglinge im Alter von 0 bis unter 4 Monaten auf 4,0 µg/Tag für Jugendliche und Erwachsene. Der Schätzwert für eine angemessene Vitamin-B12-Zufuhr für Schwangere beträgt auf Grund ihres höheren Bedarfs nach den aktuellen Berechnungen der Ernährungswissenschaftler 4,5 µg/Tag und für Stillende 5,5 µg/Tag.

Klinische Bedeutung

Da das Vitamin in ausreichenden Mengen nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt, müssen laut DGE Veganer dauerhaft Vitamin B12 supplementieren, um Defizite zu vermeiden. Aber auch Vegetarier nehmen aus Sicht der Fachgesellschaft teilweise zu wenig Vitamin B12 auf. Insbesondere bei erhöhtem Nährstoffbedarf, wie etwa in Schwangerschaft und Stillzeit, sollten Vegetarier auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 achten und bei Bedarf ebenfalls Vitamin-B12-Supplemente einnehmen.

Unabhängig von der Zufuhr können aber auch Magen-Darm-Erkrankungen wie Gastritis, Morbus Crohn genauso wie einige Medikamente zu einem Vitamin-B12-Mangel führen. Auch die Entfernung von Teilen des Magens oder Darms kann die Aufnahme erschweren. Vor allem ältere Menschen haben laut DGE ein erhöhtes Risiko für eine ungenügende Aufnahme des Vitamins aus der Nahrung.