Deutscher Lebertag: Aufklärungsaktion am 20. November

  • http://www.lebertag.org/

  • von Karl-Heinz Patzer
  • Medizinische Nachrichten
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Trenderkrankung Fettleber

„Ist Ihre Leber gesund?“ Mit dieser wichtigen Frage lenken die Ausrichter des 19. Deutschen Lebertages die Aufmerksamkeit von Ärzten und Patienten schon im Vorfeld des bundesweiten Aktionstages am 20. November 2018 auf die „Trenderkrankung“ Fettleber. Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberstiftung und Deutsche Leberhilfe e. V. führen dazu zahlreiche nationale und regionale Veranstaltungen wie Telefon-Aktionen und Arzt-Patienten-Seminare durch.

Hintergrund

Noch vor wenigen Jahren waren Alkohol und fettes Essen die Hauptursachen für die Entstehung der Fettleber. Inzwischen wird die häufigste Lebererkrankung in Deutschland vorwiegend durch Bewegungsmangel, Übergewicht und ungesunde Ernährung ausgelöst. Speziell adipöse Patienten und Diabetiker sollten deshalb von ihrem behandelnden Arzt auf eine mögliche Lebererkrankung hin untersucht werden. Des Weiteren kann eine Fettlebererkrankung neben Alkoholkonsum auch durch Autoimmunerkrankungen oder seltene genetische Ursachen bedingt sein.

Fest steht: Nur ein Arztbesuch und die Kontrolle der Leberblutwerte ermöglicht es, eine erkrankte Leber schon im Frühstadium zu entdecken und durch einen veränderten Lebensstil zu heilen. Doch der Labortest der GPT- und der GOT-Werte gehört in der Regel nicht zu den Routine-Untersuchungen.

Bis dato fehlt eine anerkannte medikamentöse Behandlung der alkoholischen und nicht-alkoholischen Steatohepatitis (ASH/NASH). Laut Professor Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, sind gegenwärtig jedoch verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkprinzipien in verschiedenen Stadien der Entwicklung. Als Alternative zeige eine Lebensstiländerung schon große Therapieerfolge. Immer mehr Studienergebnisse belegen, dass die Reduzierung des Körpergewichts in jedem Fall zur Reduzierung von Leberfett führt. Bereits eine Gewichtsreduktion von über zehn Prozent bewirke in den meisten Fällen die Rückbildung einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis und eine Verbesserung einer Leberfibrose. Somit sinke das Risiko möglicher Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs erheblich.

Aktionsziele

Den meisten Patienten ist nach Auffassung der Ausrichter des Deutschen Lebertags der direkte Zusammenhang zwischen dem Risikofaktor Lebensstil und Fettlebererkrankung nicht bekannt. Und die Frage „Ist Ihre Leber gesund?“ werde vermutlich auch von medizinischer Seite zu selten gestellt. Das Augenmerk von Haus- und Fachärzten sowie ihren Patienten soll deshalb am 20. November verstärkt auf den Themenkomplex „Fettleber und Lebensstil“ gerichtet werden. Bei zwei kostenfreien bundesweiten Telefonaktionen werden Leber-Experten die individuellen Fragen zu Leber und Lebererkrankungen beantworten.