Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie überarbeitet


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussage

  • Die Deutsch-österreichische Gesellschaft hat die Leitlinien (Klassifikation S2k) zur antiretroviralen Therapie einer HIV-Infektion überarbeitet.

  • Mit den neuen Leitlinien stehen mehr Wirkstoffkombinationen zur Auswahl. Gleichzeitig sind einige Kombinationen nur noch als Alternative vorgesehen.

Die aktualisierten Empfehlungen beruhen auf randomisierten, kontrollierten Studien mit klinischen Endpunkten sowie randomisierten, kontrollierten Studien mit Labormarkern als Endpunkten, außerdem auf Kohortenstudien, weiteren klinischen, pathophysiologischen und pharmakologischen Daten sowie Expertenmeinungen.

Wichtigste Neuerungen

  • Neu empfohlen wird der Integrase-Inhibitor Bictegravir. Dieser ist nur in einer Fixkombination mit Tenofovir-Alafenamid/Emtricitabin (TAF/FTC) erhältlich.

  • Neu empfohlen wird außerdem der nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI) Doravirin – auch in der Fixkombination Doravirin/Tenofovirdiproxil/Lamivudin (Doravirin/TDF/3TC).

  • Wieder empfohlen wird die Kombination aus den nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren Tenofovir-Disoproxil/Emtricitabin (TDF/FTC). Diese Kombination wurde im Expertengremium jedoch kontrovers diskutiert und erzielte keinen starken Konsens.

  • Nur noch als Alternative empfohlen wird die Kombination des Integrase-Inhibitor Dolutegravir mit dem nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase Inhibitor Lamivudin (3TC).

  • Ebenfalls als Alternative gilt jetzt der Integrase-Inhibitor Elvitegravir mit dem Wirkverstärker Cobicistat – egal ob einzeln oder in Kombination mit TAF/FTC.