Deutliche Verbesserungen nach Lungenvolumenreduktion beim Emphysem


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Bei Emphysempatienten, die für eine Lungenvolumenreduktion in Frage kommen, wurden in einer Meta-Analyse die besten Ergebnisse mit endoskopischen Ventilimplantationen und chirurgischen Eingriffen erzielt. Den erheblichen Verbesserungen bei der Lungenfunktion, körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität stand allerdings eine hohe postoperative Morbidität gegenüber.

Hintergrund

Auch bei optimaler Behandlung sind die meisten Patienten mit einer schweren chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) schwach, und etwa 80 % von ihnen leiden an einer Überblähung der Lunge, die pharmakologisch nur unzureichend behandelt werden kann. Nach Schätzungen käme für etwa 15 % dieser Menschen eine chirurgische Reduktion des Lungenvolumens in Frage. Bei ausgewählten Patienten wurden damit exzellente Resultate erzielt, die Studien berichten jedoch eine große Bandbreite an Ergebnissen.

Design

Systematische Übersicht und Meta-Analyse anhand dreier Literaturdatenbanken zu den Folgen chirurgischer und endoskopischer Eingriffe zur Lungenvolumenreduktion. Eingeschlossen wurden nur randomisierte, kontrollierte Studien mit substanzieller Volumenreduktion, bei denen die Intervention entweder mit einer Scheinprozedur oder mit herkömmlicher Behandlung verglichen wurde.

Hauptergebnisse

  • Unter 4747 Referenzen fanden sich 20 Studien zur Lungenvolumenreduktion beim Emphysem mit 2794 Teilnehmern. Sie wurde entweder chirurgisch vorgenommen (n=7), durch Implantation eines Ventils (6) oder Coils (3), oder mit sklerotisierenden Wirkstoffen (2).  
  • In der gepoolten Analyse betrug die mittlere Differenz in der Volumenreduktion gegenüber der Kontrollgruppe 0,58 Liter. Die Einsekundenkapazität war im Durchschnitt nach dem Eingriff um 15,87 % größer.
  • Weitere primäre Studienziele waren der 6-Minuten-Gehtest, bei dem die Interventionsgruppe im Durchschnitt 43,28 Meter mehr zurücklegte, sowie das St. George´s Respiratory Questionnaire, auf dem die Operierten durchschnittlich 9,39 Punkte mehr erzielten.
  • Das Chancenverhältnis OR für schwerwiegende Ereignisse, einschließlich der Mortalität, betrug nach der Intervention im Vergleich zur Kontrollgruppe 6,21.

Klinische Bedeutung

Nach Angaben der Autoren handelt es sich um die erste Studie, die bei allen Interventionen einen konsistenten Zusammenhang zwischen der tatsächlichen Reduktion des Lungenvolumens und dem klinischen Nutzen belegt. Diese Eingriffe könnten die Lungenfunktion, die körperliche Leistungsfähigkeit, und die Lebensqualität verbessern. Die endoskopische Ventilimplantation und die Chirurgie hätten das größte Potenzial zur Volumenreduktion und sollten daher zuerst erwogen werden.

Finanzierung: Keine.