Deutliche Symptomlinderung für Patienten mit Atopischer Dermatitis nach Einmalgabe von Etokimab

  • Science Translational Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Sicherheit und Wirksamkeit in einer Studie mit 12 Patienten scheinen die Theorie zu bestätigen, dass die Hemmung von Interleukin 33 Neurodermitis-Patienten Linderung verschaffen könnte.

Hintergrund

Die Inhibition spezifischer Zytokin-Signalwege stellt eine neue therapeutische Möglichkeit auch bei der Atopischen Dermatitis dar. So wurde für Patienten, die nicht ausreichend auf die Standardbehandlung mit topischen Wirkstoffen und / oder systemischer Gabe von Methotrexat, Ciclosporin bzw. Azathioprin ansprechen, bereits der Antikörper Dupilumab zugelassen, der gegen Interleukin 4 und Interleukin 13 gerichtet ist. Hier wird nun über den Effekt einer Hemmung von Interleukin 33 (IL-33) mit einem anderen Antikörper – Etokimab – berichtet.

Design

Klinische Studie der Phase 2a, bei der erstmals ein Anti-IL-33 Antikörper getestet wurde. Dabei erhielten 12 erwachsene Patienten mit moderater bis schwerer Neurodermitis am Tag 0 eine Placeboinjektion, sowie 7 Tage darauf eine einmalige Injektion mit 300 mg Etokimab. Um die Rolle des IL-33 besser zu verstehen, wurde jeweils 3 Tage nach den Injektionen am kontralateralen Arm physiologische Kochsalzlösung oder ein Extrakt aus Hausstaubmilben appliziert (Challenge). Nach einer Stunde wurden an diesen Stellen mit der Suction-Blister-Technik Blasen induziert und deren Inhalt später untersucht.

Ergebnisse

  • Sicherheit: Etokimab wurde allgemein gut vertragen. Zwar präsentieren die Autoren eine lange Liste adverser Ereignisse, diese seien jedoch allesamt mild und vorübergehend gewesen und es habe wohl kein Zusammenhang mit der Etokimab-Gabe bestanden.
  • Wirksamkeit: Auf dem Eczema Area and Severity Index (EASI) erreichten alle 12 Patienten eine mindestens 50-prozentige Verbesserung. Diese war bereits nach 15 Tagen signifikant gewesen. Nach 29 Tagen hatten 83,3 % der Patienten einen EASI-50 erreicht, und 33 % eine Besserung um mindestens 75 % (Durchschnitt 61 %, P
  • Pharmakodynamik: Etokimab führte zu einer schnellen, starken und langanhaltenden Inhibition der IFN-γ-Produktion. Die peripheren Eosinophilen waren an Tag 29 um 40 % reduziert, das Serum-IgE blieb aber unverändert. Die Infiltration der Haut mit Granulozyten nach der Challenge mit dem hausstaubmilben-Extrakt war ebenfalls reduziert und nicht stärker ausgeprägt als nach Kochsalzlösung.

Klinische Bedeutung

Die Studie hatte nur 12 Patienten und keine Placebogruppe zur Bestimmung der langfristigen Effekte. Die Autoren zeigten sich dennoch von der Wirksamkeit Etokimabs überzeugt und verwiesen darauf, dass EASI-Verbesserungen unter Placebo bei ähnlichen Studien lediglich 10 – 20 Prozent betragen hätten. Die pharmakodynamischen Daten scheinen den postulierten Wirkmechanismus zu bestätigen. Allerdings musste der Hersteller AnaptysBio Inc. kurz nach erscheinen der obigen Arbeit in einer Pressemitteilung bekannt geben, dass Etokimab in einer Studie mit 300 Patienten nach 16 Wochen nicht besser war als Placebo.

Finanzierung: AnaptysBio Inc.