Deutlich erhöhte Prävalenz von Depressionen bei Patienten mit Acne inversa

  • JAMA Dermatology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten mit einer Acne inversa an einer Depression erkranken, ist gegenüber Kontrollgruppen annähernd verdoppelt. Die Prävalenz von Angststörungen liegt bei 5 Prozent.

Hintergrund

Frühere Studien legen nahe, dass Patienten mit einer Acne inversa (AI) noch häufiger an Depressionen und Angststörungen leiden als Patienten mit anderen Hauterkrankungen; den Autoren zufolge sind die Prävalenzraten und Chancenverhältnisse aber noch nicht in systematischen Überblicken oder Meta-Analysen geschätzt worden.

Design

Systematische Suche in 3 Literaturdatenbanken, auch mit dem Synonym „Hidradenitis suppurativa“, nach Beobachtungsstudien zur Prävalenz und Wahrscheinlichkeit, mit der erwachsene Patienten mit AI an Depressionen und Angststörungen erkranken.

Ergebnisse

  • 10 Studien mit insgesamt 40.307 Patienten erfüllten die Einschlusskriterien.
  • Die Prävalenz an Depressionen betrug 16,9 %, allerdings waren die Werte breit gestreut. Jene Studien, die Depression klinisch definiert hatten, fanden im Durchschnitt 11,9 %; solche, die mit Fragebögen arbeiteten, 26,8 %
  • Insgesamt fand sich ein Chancenverhältnis OR für Depressionen von 1,84 (95%-Konfidenzintervall 1,57 – 2,15)
  • Die Prävalenzrate für Angststörungen betrug 4,9 %, die Daten waren jedoch nicht ausreichend zur Bestimmung des OR.

Klinische Bedeutung

Zwar findet diese Meta-Analyse eine beträchtliche Co-Morbidität bezüglich Depressionen und Angsstörungen unter Patienten mit AI. Die Vermutung, dass die AI damit eine Sonderstellung unter den Hauterkrankungen einnimmt, scheint aber mit Blick auf ähnliche Untersuchungen z.B. zur Psoriasis, Alopecia areata oder schwerer Neurodermitis nicht ausreichend belegt.

Finanzierung: Keine Angaben.