Der Zusammenhang zwischen Gesundheitskompetenz und Krankheitsverlauf von HIV-Positiven muss weiter erforscht werden

  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • Der Zusammenhang zwischen Gesundheitskompetenz und Krankheitsverlauf muss weiter erforscht werden.
  • Die Ergebnisse mehrerer Studien waren nicht schlüssig.
  • In Zukunft sollten HIV-spezifische Instrumente zur Beurteilung der Gesundheitskompetenz verwendet werden.

Gesundheitskompetenz hat sich zu einem Thema entwickelt, das auf großes Interesse stößt und in der Forschung zu mehreren chronischen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt.

Verwendet wurden sowohl die erweiterten Empfehlungen der PRISMA-Stellungnahme (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses) als auch die AMSTAR-Checkliste (A Measurement Tool to Assess Systematic Review). Vier Gutachter verwendeten für die Suche mehrere elektronische Datenbanken: PubMed, CINAHL, EBSCO, PsychInfo, Cochrane Library und Literatur auf Webseiten der US-Regierung. Die Suchbegriffe wurde in verschiedenen Kombinationen eingesetzt; dazu zählten die Begriffe HIV, Gesundheitskompetenz, Adhärenz und Gesundheits- bzw. Krankheitsverlauf. Die Literatursuche fand zwischen dem 1. November 2017 und dem 1. Februar 2018 statt.

Von 48 erhaltenen Studien hatten 37 ein quantitatives Querschnitts-Design, 7 waren quantitative Interventionsstudien und vier qualitative. Die Autoren erstellten ein Daten-Extraktionsmodell, das spezifisch via elektronischer Datenerfassung für diese Studie entwickelt wurde und auf dem Cochrane Handbook for Systematic Review of Interventions basierte. Folgende Daten wurden extrahiert: Studien-Design, Proben-Eigenschaften, Proben-Größe, Ort, Charakteristika der Intervention, Messung der Gesundheitskompetenz, Adhärenz und Ergebnisse, darunter Viruslast, CD4-Zahl, Wissen zu HIV, Wissen zur Medikation, Depressionen und Substanzmissbrauch. Zusätzliche berücksichtigte Ergebnisse waren, gruppiert in umfassende Kategorien: riskante Verhaltensweisen, Ressourcen und Fähigkeit, Patienten-Anbieter-Beziehung und verschiedene Aspekte des Managements, Wissens und der Interpretation von Informationen. 

Alle Studien sprachen die grundlegende Relevanz der Gesundheitskompetenz im Rahmen des Lebens mit HIV an, aber einige von ihnen hatten zweideutige oder widersprüchliche Ergebnisse ohne statistische Signifikanz. Aufgrund der  ausgeprägten Heterogenität der Studien war eine Metaanalyse zum Verlauf bei HIV-Positivität und zur Gesundheitskompetenz nicht möglich. Zu betonen ist, dass die am meisten verwendeten Instrumente zur Messung der Gesundheitskompetenz nicht spezifisch für die HIV-Erkrankung waren.