Der Konsum von Süßgetränken könnte das Sterberisiko in Europa erhöhen

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  • von Dr. Carola Krause
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Kernbotschaft

Laut der European Prospective Investigation in Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie ist der Konsum von täglich zwei oder mehr zuckerhaltigen und künstlich gesüßten Erfrischungsgetränken mit einem erhöhten Sterberisiko bei Erwachsen verbunden. Dabei konnte ein europäisches Wissenschaftskonsortium herausfinden, dass der Konsum von künstlich gesüßten Erfrischungsgetränken zu einem erhöhten Sterberisiko durch Kreislauferkrankungen führt. Durch Zucker gesüßte Erfrischungsgetränke führte vermehrt zu Todesfällen aufgrund von Verdauungserkrankungen.

Hintergrund

Erfrischungsgetränke werden vermehrt konsumiert. Ob dieser Konsum jedoch mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist, ist nicht bekannt und wurde in der europäischen Bevölkerung bislang nur unzureichend untersucht. Ein Wissenschaftskonsortium hat nun im Rahmen der EPIC-Studie den Zusammenhang zwischen dem Konsum von zuckergesüßten und künstlich gesüßten Erfrischungsgetränken und anschließender Mortalität in Europa untersucht.

Sterberisiko korreliert mit dem Verbrauch an gesüßten Erfrischungsgetränken

Die bevölkerungsbezogene EPIC-Kohortenstudie umfasste 451.743 ältere Erwachsene (≥ 50 Jahre; 321.081 Frauen [71,1 %]) aus 10 europäischen Ländern (Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich). Ausgeschlossen waren Teilnehmer, bei denen Krebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Diabetes diagnostiziert wurden, sowie diejenigen mit unplausiblen Daten zur Nahrungs- und Erfrischungsgetränkaufnahme.

Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 16,4 Jahren traten 41.693 Todesfälle auf, welche unter anderem auf Krebserkrankungen (n=18.003), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (n=9.106) und Verdauungskrankheiten (n=1.213) zurückzuführen waren.

Eine höhere Gesamtmortalität wurde bei Teilnehmern festgestellt, die zwei oder mehr Gläser pro Tag an zuckergesüßten oder künstlich gesüßten Erfrischungsgetränken konsumierten. Im Vergleich zu Erwachsen, die ein Glas pro Monat an Erfrischungsgetränken zu sich nahmen, hatten ältere Erwachsene so ein um 8 % höheres Sterberisiko, wenn sie zwei oder mehr Gläser am Tag konsumierten.

Die Forschenden vermuten, dass bei zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken vor allem Leberkrankungen eine Rolle spielen, da die in den Süßgetränken enthaltene Fruktose die Entwicklung einer nicht-alkoholischen Fettleber fördert.

Interessanterweise waren die künstlich gesüßten Erfrischungsgetränke sogar ungünstiger als die Getränke mit natürlichen Süßstoffen. So erhöhten die künstlich gesüßten Getränke vor allem das Risiko auf Herz-Kreislauf-Todesfälle.

Die EPIC-Studienergebnisse bestätigen im Wesentlichen die Erkenntnisse größeren US-Beobachtungsstudien, ohne den Zusammenhang letztlich beweisen zu können. Hierzu wären randomisierte Studien notwendig, die in Ernährungsfragen jedoch schwer durchführbar sind.

Finanzierung: Europe against Cancer’ Programme of the European Commission (SANCO); Dutch Ministry of Public Health, Welfare and Sports; Dutch Cancer Society; Netherlands Organisation for Health Research and Development; World Cancer Research Fund