Depression: fMRI-Aktivität als möglicher Prädiktor für den Erfolg einer kognitiven Verhaltenstherapie?

  • Science Advances

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Eine Bildgebungsstudie impliziert die Aktivität von Hirnregionen, die am Belohnungslernen beteiligt sind, als möglichen Prädiktor für den Erfolg einer kognitiven Verhaltenstherapie gegen Depressionen.

Hintergrund

Eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) gilt als wirksame Behandlung gegen Depressionen. Bei leichter bis moderater Ausprägung der Krankheit wird in Großbritannien eine internet-basierte CBT als Erstlinienbehandlung empfohlen, allerdings sprechen nach Angaben der Autoren nur ca. 45 % der Patienten darauf an. Verlässliche Prädiktoren für das Ansprechen gibt es bisher nicht.

Design

Da bei depressiven Menschen das Belohnungslernen gestört zu sein scheint und die CBT darauf basiert, die negative Eigenwahrnehmung zu korrigieren, fertigte man fMRI-Aufnahmen von ursprünglich 37 Patienten vor einer CBT an und verglich diese mit dem Therapieerfolg bei den 26 Teilnehmern, die alle 6 Sitzungen der CBT komplettierten.

Ergebnisse

  • Die Patienten mit dem besten Ansprechen zeigten vor der Therapie die größte neurale Aktivität in jenen Teilen des Gehirns, die mit dem Belohnungslernen in Verbindung stehen (Striatum und Amygdala rechtsseitig).
  • Das individuelle Ansprechen konnte anhand dieser Hirnaktivitäten zu annähernd 80 % korrekt vorhergesagt werden.

Klinische Bedeutung

Womöglich ist man mit dieser Studie einem Biomarker für das Ansprechen auf eine CBT unter einer Depression einen Schritt nähergekommen. Erstautor Filippo Queriazza interpretierte die Aktivitätsmuster der Responder als „indikativ für eine vergleichsweise ausgeprägt grübelnde Denkweise“. Diese Fähigkeit, Informationen aktiv zu erwerben und zu verarbeiten, sei vermutlich die Voraussetzung für den Erfolg einer CBT, spekulierte er.

Finanzierung: Chief Scientist Office Grant und Dr Mortimer and Theresa Sackler Foundation.