Deklaration gegen die Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsalltag


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussage

  • Mehr als 50 Unternehmen und Organisationen setzen mit einer Deklaration ein Zeichen gegen die Diskriminierung HIV-Positiver.
  • Eine HIV-Infektion spielt im Arbeitsalltag keine Rolle - Vorurteile entspringen veralteteten Vorstellungen der Infektion.
  • Ängste vor einer Übertragung bei der Zusammenareit waren schon immer unbegründet. Unter einer modernen Therapie ist sie kaum noch möglich.

Vorurteile, unberechtigte Ängste und Benachteiligung

Auch heute noch sind Menschen mit HIV vielen Vorurteilen ausgesetzt: Sie seien häufiger krank, eine Gefahr für andere und schlecht für‘s Image des Unternehmens. In der Konsequenz werden HIV-positive benachteiligt und diskriminiert. Mit einem zeitgemäßen Bild einer HIV-Infektion hat dies jedoch wenig zu tun. Vielmehr liegen der Diskriminierung meist völlig veraltete Vorstellungen vom Leben mit HIV, irrationale Ängste vor einer Übertragung und unzulässige moralische Bewertungen zugrunde. „Die Medizin hat HIV heute gut im Griff. Die Infektion muss keine Einschränkung mehr bedeuten“, sagt Hans-Jürgen Stellbrink, Präsident des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses. „Ängste vor einer Übertragung bei der Zusammenarbeit waren schon immer unbegründet. Unter Therapie ist eine Übertragung von HIV prinzipiell nicht mehr möglich. Im Arbeitsalltag ist HIV irrelevant.“

Für einen zeitgemäßen Umgang mit HIV-Positiven

Um ein zeitgemäßes Bild einer HIV-Infektion zu verbreiten und gegen Diskriminierung einzutreten, unterzeichneten am Vortag des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK) mehr als 50 Unternehmen und Organisationen – darunter weltweit agierende Großunternehmen und Einzelhandelsgeschäfte, Verbände, Städte und lokale Einrichtungen – eine Deklaration gegen die Diskriminierung HIV-positiver Menschen am Arbeitsplatz. Weitere Unterzeichner sollen folgen. Sie setzen nicht nur ein öffentliches Zeichen, sondern kündigen auch konkrete Maßnahmen für einen respektvollen Umgang mit HIV-positiven Kollegen an. „Alle gemeinsam machen wir deutlich: HIV braucht im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle zu spielen. Einem ganz normalen kollegialen Umgang steht nichts im Wege“, so Winfried Holz, Vorstand der deutschen Aidshilfe (DAH). „Wir appellieren an alle Menschen in der Arbeitswelt: Tragen Sie dieses Wissen auch in Ihr Umfeld! Es schafft Erleichterung für alle Beteiligten!“