DEGUM-Stellungnahme: Ultraschall in der Schwangerschaft ist ungefährlich für das Ungeborene


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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  Kernaussagen

Es gibt keine Studienergebnisse, die darauf hindeuten, dass Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft das ungeborene Kind gefährden. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM), befürwortet den Einsatz des Ultraschalls zu diagnostischen Zwecken uneingeschränkt.

 

Hintergrund

Laut aktueller Richtlinien zur Mutterschaft kann jede Frau während der Schwangerschaft drei Ultraschalluntersuchungen in Anspruch nehmen, die von der Krankenkasse übernommen werden. Zudem besteht die Möglichkeit zu weiteren Untersuchungen, falls Risiken oder Auffälligkeiten bestehen, sowie zu feindiagnostischen Untersuchungen, für die die Schwangere in der Regel selbst die Kosten tragen muss. Durch die neue Strahlenschutzverordnung, die am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, kam Kritik auf, Ultraschalluntersuchungen, insbesondere 3D-Untersuchungen, in der Schwangerschaft seien mit Gefahren für das ungeborene Kind verbunden. Dies weisen DEGUM-Experten zurück.

 

Hauptpunkte

  • Theoretische ultraschallbedingte Temperaturerhöhungen im Körper der Schwangeren liegen unterhalb des Temperaturanstiegs durch Fieber oder starke körperliche Aktivität.

  • Kommt ein Pulsed-Wave-Doppler (PW-Doppler) zum Einsatz ist ein länger andauernder Temperaturanstieg denkbar. Dies wäre nach Aussage der DEGUM-Experten nur dann potenziell schädlich, wenn er ununterbrochen über mehrere Minuten eingesetzt würde.

  • Ein Zusammenhang zwischen Autismus und Ultraschalluntersuchungen konnte bislang nicht bestätigt werden. Festgestellt wurde lediglich, dass die Zahl der Kinder mit Autismus im gleichen Maße zugenommen haben wie die Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft. Eine Studie mit entwicklungsgestörten Kindern, darunter auch solche mit Autismus, hat ergeben, dass diese als Ungeborene weder häufiger noch intensiver per Ultraschall untersucht worden waren.

  • Die aktuelle Studienlage gibt keinen Hinweis darauf, dass Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft Zellveränderungen oder Zellschädigungen beim Ungeborenen nach sich ziehen können.

 

Klinische Bedeutung

Trotz jahrzehntelanger intensivster Forschungsarbeit gibt es nach wie vor keine Studienergebnisse, die darauf hindeuten, dass Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft irgendeine Gesundheitsbelastung für das ungeborene Kind darstellen“, betont PD Dr. med. Kai-Sven Heling, Vizepräsident der DEGUM. Die Aussage, in der neuen Strahlenschutzverordnung, dass durch Ultraschall eine Gefährdung der Feten entstehen könne, ist nach Ansicht der Fachgesellschaft falsch – zumindest bei fachgerechter Anwendung. „Man kann zwar dem sogenannten Baby-Fernsehen zu kommerziellen Zwecken kritisch gegenüberstehen, da – unter anderem aufgrund von oft wenig qualifizierten Anwendern – sehr wohl die reale Gefahr besteht, tatsächliche Probleme des Feten nicht zu erkennen“, so Heling. „Doch die Anwendung des Ultraschalls zu diagnostischen Zwecken befürworten wir uneingeschränkt.“