DDG: Aktualisierte Leitlinie empfiehlt Dupilumab zur Behandlung schwerer Neurodermitis

  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) hat das Kapitel „Systemtherapie bei Neurodermitis“ in der S2k-Leitlinie zur Neurodermitis aktualisiert. Anlass dafür sind laut DDG aktuelle Studien zur Wirksamkeit des Biologikums Dupilumab für die Behandlung mittelschwer bis schwer ausgeprägter Neurodermitis.

„Bezüglich Dupilumab gibt es einen starken Konsens, das Biologikum bei Jugendlichen ab zwölf Jahren und bei Erwachsenen mit moderater bis schwerer Neurodermitis einzusetzen, wenn die Behandlung mit topischen Medikamenten nicht wirksam ist“, erläutert Leitlinien-Koordinator Professor Thomas Werfel.

Dupilumab: Anhaltende Verbesserung über ein Jahr

Die aktuellen Studien mit Dupilumab zeigten, dass es bei rund zwei Drittel der Patienten zu einer mindestens 75-prozentigen Verbesserung des Schweregradscores EASI (Eczema Area and Severity Index) innerhalb von 16 Wochen mit einem anhaltenden Effekt über 1 Jahr kam, heißt es in einer DDG-Mitteilung zur aktualisierten Leitlinie. Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen, die in kontrollierten Studien in den Behandlungsgruppen und signifikant seltener in den Kontrollgruppen auftraten, gehörten laut DDG Reaktionen an der Injektionsstelle.

„Für die Patientinnen und Patienten haben wir mit Dupilumab eine wirksame und im Gegensatz zu bisherigen systemischen Therapieoptionen auch für die Langzeitanwendung geeignete Behandlung“, sagt Professor Alexander Nast, Leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité.

Keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen bei Therapie mit Dupilumab

Bei Jugendlichen und Erwachsenen sollte laut DDG jedoch beachtet werden, dass Impfungen mit Lebendimpfstoffen beispielsweise gegen Masern, Mumps, Röteln oder Gelbfieber nicht gleichzeitig mit dem monoklonalen Antikörper erfolgen dürfen. Andere Impfstoffe seien indes unproblematisch und laut ersten Studien auch wirksam.

DDG-Medienbeauftragter Elsner begrüßt die Novelle des Systemtherapiekapitels in der Neurodermitis-Leitlinie: „Es ist wichtig für Dermatologen und Patienten zu erfahren, dass wir jetzt für die Behandlung der schweren Neurodermitis nicht nur das schon ältere Immunsupressivum Ciclosporin A haben, bei dem Nutzen und Risiko sehr genau abgewogen werden müssen, sondern einen – nach allem was wir wissen – sicheren und wirksamen monoklonalen Antikörper“.

Seit 2017 ist Dupilumab (Dupixent®) für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis zugelassen, die mit topisch anzuwendenden Medikamenten allein nicht ausreichend behandelt werden können. Im Jahr 2019 folgte die Indikationserweiterung für Jugendliche ab zwölf Jahren.

In der Entwicklung befinden sich noch weitere vielversprechende Substanzen, die laut DDG im nächsten Update der Leitlinie Berücksichtigung finden werden.