Das Risiko für eine Rosazea ist bei starken Kaffeetrinkerinnen um ein Viertel geringer als bei Abstinenten


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Unter Krankenschwestern der US-amerikanischen Nurses Health Study hatten diejenigen mit dem höchsten Kaffeekonsum das geringste Risiko, an Rosazea zu erkranken. Mit koffenfreiem Kaffee und koffeinhaltigen Tees oder Limonaden gab es allerdings keinen Schutzeffekt.

Hintergrund

Kaffee erweitert die Gefäße und hat immunsuppressive Effekte, die das Risiko für eine Rosazea senken könnten. Andererseits könnte das Heißgetränk auch das Aufflammen der Haut begünstigen, schreiben die Autoren. Und sie begründen ihre Studie damit, dass diese Assoziationen bislang nur schlecht verstanden wären.

Design

Ausgewertet wurden die Antworten von 82.737 Krankenschwestern, die 2005 im Rahmen der Nurses Health Study II Fragebögen erhalten hatten. Bei ihnen war alle 4 Jahre der Konsum von Kaffee, Tee, Limonaden und Schokolade erhoben und mit der klinischen Diagnose einer Rosazea abgeglichen worden.

Hauptergebnisse

  • Während einer Gesamtbeobachtungszeit von 1120.051 Personen-Jahren wurden 4945 Fälle von Rosazea neu diagnostiziert.
  • Nach Adjustierung für andere Risikofaktoren fand sich eine inverse Assoziation zwischen erhöhtem Koffeinkonsum und dem Risiko für eine Rosazea.
  • Das Chancenverhältnis HR beim Vergleich zwischen dem obersten und dem untersten Quintil betrug 0,76 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,69 – 0,84 (P
  • Ein sehr ähnliches und ebenfalls signifikantes Ergebnis ergab der Vergleich von Frauen, die mindestens 4 Tassen / Tag getrunken hatten, mit jenen, die weniger als eine Tasse / Monat konsumierten (HR 0,77). Die alters-adjustierten Inzidenzraten in den beiden Gruppen lagen bei 364 gegenüber 495 pro 100.000 Personenjahren. Für entkoffeinierten Kaffee ergab sich bei diesem Vergleich allerdings keine signifikante Assoziation (P=0,39).
  • Der Konsum koffeinhaltiger Tees, Limonaden und von Schokolade hatte keinen signifikanten Einfluss auf das Rosazea-Risiko.

Klinische Bedeutung

Trotz der eindeutigen Ergebnisse würden die Studienautoren Patientinnen mit einer Rosazea keinen Kaffee verschreiben. Sie halten aber fest, dass eine Einschränkung des Konsums zur Prävention dieser Hautkrankheit nicht gerechtfertigt erscheint. Gezeigt wurde dies streng genommen zwar nur für die überwiegend weißen Krankenschwestern in den USA, jedoch erinnern drei Kommentatoren an die vielen anderen positiven Wirkungen des Kaffees. Sie versichern, die neue Studie sein ein weiterer Grund, ihn zu trinken - und erheben darauf ihre Tassen.