Daratumumab beim Multiplen Myelom subkutan so gut wie intravenös

  • Lancet Haematology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Vorbehandelte Patienten mit einem Multiplen Myelom können mit subkutanen Gaben von Daratumumab im Vergleich zu Infusionen ohne Einbußen bei der Wirksamkeit und Sicherheit behandelt werden.

Hintergrund

Daratumumab ist seit Mai 2016 zur Behandlung eines multiplen Myeloms zugelassen bei Erwachsenen, die bereits mindestens eine Therapie erhalten haben. Die intravenöse Gabe beeinträchtigt jedoch durch lange Infusionszeiten und Nebenwirkungen die Lebensqualität der Patienten. Eine subkutane Injektion wäre leichter zu verabreichen und womöglich besser verträglich.

Design

In der noch laufenden, offenen, randomisierten Studie der Phase 3 „COLUMBA“ wurde die Nicht-Unterlegenheit von subkutanem versus intravenösem Daratumumab bei 522 Erwachsenen mit einem relapsierten oder refraktären Multiplem Myelom geprüft. Die Patienten mussten mindestens 3 Therapien einschließlich eines Proteasom-Inhibitors und eines Immunmodulators erhalten haben, oder gegenüber beiden Wirkstoffklassen refraktär sein, und zudem einen ECOG-Status von 2 oder schlechter haben. Die Randomisierung war stratifiziert nach Gewicht, Zahl der vorausgegangenen Therapien und Myelom-Typ. Subkutan wurden 1800 mg Daratumumab co-formuliert mit 2000 Einheiten/mL rekombinanter humaner Hyaluronidase PH20 verabreicht; intravenös 16 mg/kg Daratumumab. Dies zunächst 1 Mal wöchentlich für den 1 und 2 Zyklus (28 Tage), dann alle 2 Wochen für Zyklus 3 – 6, und anschließend alle 4 Wochen bis zur Progression oder limitierender Toxizität.

Ergebnisse

  • Nach einer medianen Nachverfolgungszeit von 7,5 Monaten waren die prädefinierten Kriterien für die Nichtunterlegenheit von Daratumumab s.c. erreicht:
    • 41 % von 263 Patienten hatten auf die Behandlung angesprochen; in der i.v.-Gruppe waren es 37 % von 259 gewesen. Das Chancenverhältnis RR betrug 1,11 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,89 – 1,37.
    • Bei den im 3. Zyklus vor der Daratumumab-Gabe bestimmten Serumkonzentrationen wurden s.c. durchschnittlich 107,93 % der i.v.-Werte erreicht; und auch die Maximalkonzentrationen waren mit 593 µg/ml gegenüber 522 µg/ml vergleichbar.
  • Die häufigsten Nebenwirkungen der Schweregrade 3 und 4 waren in beiden Gruppen ähnlich: Anämie 13 versus 14 %, Neutropenie 13 versus 8 %, und Thrombozytopenie 14 versus 14 %.
  • Todesfälle gab es unter Daratumumab s.c. einen (Febrile Neutropenie), unter der i.v.-Formulierung 4 (2 Sepsis, HBV-Reaktivierung, Pneumocystis-Pneumonie).

Bedeutung

In dem nach Kenntnis der Autoren ersten direkten Vergleich der beiden Verabreichungsformen von Daratumumab war die subkutane Gabe nicht unterlegen und generell leichter, weil schneller zu applizieren. Dies sei von enormer Bedeutung für die Patienten und das medizinische Personal, schreiben sie, und sehen in ihrer Arbeit einen möglichen Beitrag zu Zulassung der subkutanen Variante. Allerdings müsse deren Nutzen bei Kombinationstherapien noch bestätigt werden.

Finanzierung: Janssen Research & Development.