ctDNA-Nachweis: „Schlechtes Blut“ weist auf hohe Rückfallwahrscheinlichkeit bei frühem Brustkrebs hin

  • JAMA Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Der Nachweis zirkulierender Tumor-DNA bei Frauen mit frühem Brustkrebs ist mit einem sehr hohen Rückfallrisiko assoziiert, bestätigt eine britische Studie.

Hintergrund

Seit etwa 10 Jahren mehren sich die Hinweise, dass das Risiko für frühe und späte Rückfälle bei Frauen mit frühem Brustkrebs anhand zirkulierender Tumor-DNA („Liquid Biopsy“, Flüssigbiopsie) minimalinvasiv vorhergesagt werden könnte.

Design

Prüfung der klinischen Wertigkeit eines molekularen Nachweises von Rückfällen bei Frauen mit frühem Brustkrebs anhand zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA). Eingeschlossen wurden unabhängig vom Hormonrezeptorstatus oder HER2-Status 170 Patientinnen aus 5 britischen Zentren, die vor oder nach der Operation eine Chemotherapie erhalten hatten. Die Hauptkohorte bestand aus 101 Patientinnen, bei deren Primärtumoren Mutationen identifiziert werden konnten, die als Basis für personalisierte ctDNA-Nachweise dienten. Diese Assays wurden im ersten Jahr alle 3 Monate auf Plasmaproben angewandt, danach alle 6 Monate. Für sekundäre Analysen wurden die Daten weiterer 43 Patientinnen aus einer vorangegangenen Machbarkeitsstudie hinzugezogen.

Ergebnisse

  • Die Patientinnen waren im Schnitt 54 Jahre alt, die mediane Nachverfolgungszeit betrug 35,5 Monate.
  • Der Nachweis von ctDNA ging mit einer extrem erhöhten Rückfallrate einher: Das Chancenverhältnis HR betrug 25,2 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 6,7 – 95,6 (P
  • Bereits vor dem Behandlungsbeginn war der ctDNA-Nachweis mit einem erhöhten Rückfallrisiko assoziiert: HR 5,8; 95%-KI 1,2 – 27,1; P = 0,01.
  • Das mediane Rückfall-freie Überleben der Patientinnen mit ct-DNA-Nachweis betrug 38,0 Monate; für Patientinnen ohne Nachweis war der Median noch nicht errreicht (HR 16,7; 95%-KI 3,5 – 80,5; P
  • In der kombinierten Kohorte lieferte der ctDNA-Nachweis eine 10,7 Monate dauernde „Frühwarnzeit“ vor dem klinisch nachgewiesenen Rückfall.
  • Bei extrakranialen Metastasen war der ctDNA-Nachweis bei 22 von 23 Patientinnen positiv, dort wo die Metastasen auf das Gehirn beschränkt waren, nur in einem von 6 Fällen.

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt das Konzept und die hoher Vorhersagekraft eines ctDNA-Nachweises bei dieser Patientenpopulation. Sie ebnet den Weg frei für weitere Untersuchungen dazu, inwiefern diese Methode die Planung adjuvanter Therapien unterstützen kann.

Finanzierung: Breast Cancer Now, Le Cure, National Institute for Health Research.