CRC im Stadium IV: Macht eine gezielte Therapie die Resektion überflüssig?

  • J Gastrointest Surg

  • von Jim Kling
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Die Resektion eines Primärtumors führt zu wenig bis keinem Überlebensnutzen für Patienten mit kolorektalem Karzinom (CRC) im Stadium IV, die eine gezielte Therapie erhalten.

Warum das wichtig ist

  • Eine bessere Krankheitskontrolle mit gezielten Therapien, wie etwa auf den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) und den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) abzielende Antikörper, kann den klinischen Nutzen einer Resektion reduzieren.
  • Selbst bei symptomatischen Patienten könnte die Durchführung eines palliativen operativen Eingriffs hilfreicher als eine Resektion sein, um das operative Risiko zu minimieren und Verzögerungen in der Chemotherapie vorzubeugen.

Studiendesign

  • Retrospektive Analyse von 208 Patienten, die zwischen 2006 und 2013 an das National Cancer Center in Tokio, Japan überwiesen worden waren.
  • Drei unterschiedliche Propensity-Score-Analysen (Adjustierung mittels Regression, Stratifizierung und Matching) wurden zur Bereinigung von Differenzen zwischen den Gruppen durchgeführt.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Patienten erhielten eine Chemotherapie mit ≥ 1 gezieltem Wirkstoff (Bevacizumab, Cetuximab oder Panitumumab); 52 % unterzogen sich zudem einer Resektion des Primärtumors.
  • Die Bereinigung mittels Regressionsanalyse zeigte, dass der Nutzen im Gesamtüberleben (OS) mit einer Resektion statistisch nicht signifikant war (HR: 0,70; p = 0,051).
  • Die Stratifikationsanalyse von 5 Strata ergab widersprüchliche Ergebnisse (HRs zwischen 0,50–1,58), 4 Strata wiesen einen OS-Nutzen, 1 Stratum ein schlechteres OS auf – keines war statistisch signifikant.
  • Die Propensity-Score-Matching-Analyse (64 aufeinander abgestimmte Paare) bestätigte, dass sich mit einer Resektion kein Nutzen im OS ergab (HR: 0,76; p = 0,197).

Einschränkungen

  • Retrospektiv.
  • Kleine Stichprobe.