COVID-19: Wann und wie sollte ein Patient stationär behandelt werden? Eine neue Leitlinie

  • AWMF

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Für die gesamte stationäre Versorgung haben die für COVID-19 relevanten Fachgesellschaft mit Unterstützung durch das Robert Koch-Institut Empfehlungen herausgegeben. Die Leitlinie wendet sich an alle im Krankenhaus tätigen Ärzte und andere Berufsgruppen, die Patienten mit COVID-19 betreuen. Es wird detailliert der aktuelle Stand des Wissens zur Pathophysiologie, zur Diagnostik und zu den therapeutischen Strategien dargestellt, um die Behandlung weiter zu optimieren.

Hintergrund
Bereits im März dieses Jahres ist eine erste S1-Leitlinie zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit COVID-19 publiziert worden (1). Sie wurde danach mehrfach für die intensivmedizinische Therapie aktualisiert und ist nun als S2k-Leitlinie auf den gesamten stationären Bereich erweitert worden (2).

Design

  • Erstellung der Leitlinie auf Basis der AWMF-Regeln
  • Upgrade von S1 (bisher für intensivmedizinischen Bereich) auf S2k, verbunden mit einer besonderen Hervorhebung von Schlüsselempfehlungen

Hauptergebnisse

  • Bei der stationären Aufnahme eines Patienten wegen COVID-19 sollte ein aktueller PCR-Test vorliegen oder erfolgen, eventuell auch nach oder parallel zu einem Antigennachweis auf SARS-CoV-2
    • Bei negativer SARS-CoV-2-PCR und dringendem klinischen Verdacht soll eine zweite Probe untersucht werden.
  • Die Indikation zur Krankenhausaufnahme von COVID-19 Patienten soll nach klinischen Kriterien erfolgen, vor allem unter Berücksichtigung von Alter, Komorbiditäten, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung.
  • SARS-CoV-2-Infizierte und andere Patienten sollte im stationären Sektor räumlich strikt voneiander getrennt werden.
  • Eine Entisolierung kann bei Patienten
    • mit schwerem COVID-19-Verlauf (mit Sauerstoffbedürftigkeit) bei mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit, frühestens aber 10 Tage nach Symptombeginn und bei negativem PCR-Test oder hohem Ct-Wert (> 30) erfolgen
    • bei Patienten mit leichtem COVID-19-Verlauf (ohne Sauerstoffbedürftigkeit) nach mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit und frühestens 10 Tage nach Symptombeginn und
    • bei Personen mit asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion frühestens 10 Tage nach Erstnachweis des Erregers.
  • Eine Aufnahme auf die Intensivstation von COVID-19 Patienten sollte bei Erfüllung eines der folgenden Kriterien erfolgen:
    • Hypoxämie SpO 2
    • Dyspnoe (Atemfrequenz > 25-30/Min)

Klinische Bedeutung
Diese Leitlinie möchte Orientierung für Ärzte, Pfleger und alle Personen und Organisationen sein, die direkt oder indirekt mit SARS-CoV-2 und COVID-19 befasst sind. Für den ambulanten Bereich gibt es entsprechende Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (3).

Finanzierung: keine Interessenkonflikte