COVID-19: von Schutzmasken, einem Flugzeugträger und Globuli


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Aktuelles im Fokus
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

In Deutschland wird weiterhin darüber debattiert, ob das Tragen von Atemschutzmasken eine Pflicht sein sollte. Das Grundproblem dabei ist noch immer der Mangel auch an einfachen Masken. Aber die Bundesregierung hat das Problem offenbar erkannt. Erfreuliches haben Intensivmediziner zu melden. Zu Wort gemeldet haben sich in der Angelegenheit „COVID-19“ inzwischen auch die Anhänger und Produzenten homöopathischer Arzneimittel. 

Masken-Bedarf: bis zu 12 Milliarden pro Jahr

Sachsen hat als erstes Bundesland Mund-Nasen-Schutz-Pflicht eingeführt. Die Menschen in Sachsen dürfen künftig Geschäfte oder Nahverkehrsmittel nur noch betreten, wenn sie Mund und Nase bedecken. Ein einfaches Tuch reiche bereits, heißt es. Laut einem Spiegel-Bericht rechnen die politisch Verantwortlichen in Deutschland damit, dass Milliarden Masken im Land benötigt werden. „Wenn wir allen Menschen in Deutschland das Arbeiten, Einkaufen und Busfahren mit Mundschutz ermöglichen möchten, brauchen wir zwischen acht und zwölf Milliarden Masken pro Jahr", so Wirtschaftsminister Peter Altmaier in der „Bild am Sonntag" . Man hätte viel erreicht, wenn ein beträchtlicher Teil davon in Deutschland produziert würde. Von der Milliardenproduktion sei man allerdings noch weit entfernt. Ziel ist laut Altmaier, „dass wir schon in der zweiten Sommerhälfte Millionen OP-Masken und Mundschutze in Deutschland produzieren können". 

Warnung vor falschem Sicherheitsgefühl

Unstrittig dürfte inzwischen die Tatsache sein, dass einfache Schutzmasken zwar den Träger zwar nicht selbst vor einer Infektion mit dem neuen Virus schützen. Viele der selbst gemachten Masken etwa seien gegen das neue Corona-Virus nur wenig wirksam und vermittelten ein falsches Sicherheitsgefühl, so Dirk Schubert , Professor der Werkstoffwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der selbst an der Entwicklung medizinischer Hygiene-Produkte mitgewirkt habe. Wer infiziert ist, kann jedoch durch eine Maske immerhin seine Mitmenschen schützen. Das Tragen solcher Schutzmasken ist demnach eine primär altruistische Verhaltensweise, wie chinesische Wissenschaftler vor wenigen Tagen in einem Kommentar im „Lancet“  geschrieben haben.

Viele infizierte Seeleute asymptomatisch

Interessant für Virologen dürfte eine Meldung zum US-Flugzeugträger „Theodere Roosevelt“ sein, von dessen Mannschaft inzwischen mehr als 600 Mitglieder mit dem neuen Virus infiziert sein sollen. Bemerkenswert ist, dass rund zwei Drittel der Infizieren keine Symptome haben sollen, wie mehrere Nachrichtenagenturen am Wochenende gemeldet haben. Dieser Anteil sei klar höher als bislang angenommen, wo zu beachten sei, dass es sich bei den Seeleuten vergleichsweise junge Menschen handelt. Der hohe Anteil infizierter Seeleute ohne Symptome (zumindest bis zum Zeitpunkt des Tests) zeigt erneut, welche wichtige Rolle gerade junge Menschen für die unbemerkte Verbreitung des Virus spielen.

Über 12.000 freie Intensivbetten

Erfreuliches hat nun die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zu melden. So melden mehr als 95 Prozent der Kliniken in Deutschland ihre freien und belegten Intensivbetten täglich an das DIVI-Intensivregister. Erste Ergebnisse seien „phantasisch", so DIVI-Präsident Professor Uwe Janssens : „Stand heute stehen in Deutschland mindestens 30058 Intensivbetten, 17393 davon sind belegt und 12665 frei."

Homöopathische Arzneimittel für COVID-Kranke?

Recht unterhaltend ist eine weitere aktuelle Nachricht: Laut einer Forsa-Umfrage  zu COVID-19 befürwortet angeblich eine große Mehrheit der Deutschen (61%) den Einsatz homöopathischer Arzneimittel zur Therapie von Patienten mit der Viruserkrankung. Viele Bürger hielten es der Umfrage zufolge auch für sinnvoll, Geld der Steuerzahler für die Forschung zu Methoden zur Vorbeugung und zur Therapie einer Infektion mit dem Corona-Virus auszugeben. Durchgeführt wurde die Umfrage übrigens im Auftrag des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte .