COVID-19: Von Patienten selbst entnommene Proben weisen hohe Sensitivität für SARS-CoV-2 auf

  • Tu YP & al.
  • N Engl J Med
  • 30.07.2020

  • von Liz Scherer
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Von Patienten selbst entnommene, nicht aus dem Nasenrachenraum stammende Proben (Zunge, Nase und mittlere Nasenmuschel) können für SARS-CoV-2-Tests „klinisch akzeptabel“ sein, ist die Schlussfolgerung der Autoren dieses NEJM-Letters. 

Warum das wichtig ist

  • In Anbetracht der Knappheit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und die durch das Testen von Patienten verursachten Herausforderungen könnte die Selbstentnahme von Proben, die nicht aus dem Nasenrachenraum stammen, durch die Patienten während der COVID-19-Pandemie von Nutzen sein.

Wesentliche Ergebnisse

  • 530 Patienten im Alter von 15 Monaten bis 94 Jahre.
  • Von 501 Abstrichproben der Zunge und des Nasenrachenraums waren:
    • 44 jeweils positiv. 
    • 450 jeweils negativ.
    • 5 negativ bei Abstrich von der Zunge und positiv bei Abstrich aus dem Nasenrachenraum.
    • 2 positiv bei Abstrich von der Zunge und negativ bei Abstrich aus dem Nasenrachenraum.
  • Von 498 Abstrichproben der Nase und des Nasenrachenraums waren:
    • 447 jeweils negativ. 
    • 47 jeweils positiv. 
    • 3 negativ bei Abstrich aus der Nase und positiv bei Abstrich aus dem Nasenrachenraum.
    • 1 positiv bei Abstrich aus der Nase und negativ bei Abstrich aus dem Nasenrachenraum.
  • Von 504 Abstrichproben aus der mittleren Nasenmuschel und dem Nasenrachenraums waren: 
    • 452 jeweils negativ. 
    • 50 jeweils positiv. 
    • 2 negativ bei Abstrich aus der mittleren Nasenmuschel und positiv bei Abstrich aus dem Nasenrachenraum. 
    • 0 positiv bei Abstrich aus der mittleren Nasenmuschel und negativ bei Abstrich aus dem Nasenrachenraum.
  • Geschätzte Sensitivität (1-seitige 97,5 %-KIs):
    • Zunge: 89,8 % (78,2 %–100,0 %).
    • Nase: 94,0 % (83,8 %–100,0 %). 
    • Mittlere Nasenmuschel: 96,2 % (87,0 %–100,0 %).
  • Pearson-Korrelationen mit positivem Abstrich aus dem Nasenrachenraum:
    • Zunge: 0,48.
    • Nase: 0,78.
    • Mittlere Nasenmuschel: 0,86.
  • Unter den Patienten mit einem positiven Testergebnis bei beiden entnommenen Proben schien die Viruslast in der mittleren Nasenmuschel höher zu sein (Zyklusschwellenwerte [Ct] waren in 83,3 % der Fälle niedriger als in Proben aus dem Nasenrachenraum) als auf der Zunge (Ct-Werte waren in 18,6 % der Fälle niedriger als in Proben aus dem Nasenrachenraum) oder in der Nase (Ct-Werte waren in 50 % der Fälle niedriger als in Proben aus dem Nasenrachenraum).

Studiendesign

  • Querschnittsanalyse, die die Sensitivität bei Probenabstrichen, die von Patienten außerhalb des Nasenrachenraums entnommen wurden, mit von medizinischen Fachkräften entnommenen Proben aus dem Nasenrachenraum verglich. Die Proben wurden in Washington State von ambulanten Patienten entnommen, die mit einer Infektion der oberen Atemwege vorstellig wurden.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Querschnittsstudie.
  • Lediglich auf einen einzigen Vergleich beschränkt.