COVID-19: Substanzgebrauchsstörung ist mit schlechteren Ergebnissen verknüpft

  • Baillargeon J & al.
  • Psychiatr Serv
  • 03.11.2020

  • von Kelli Whitlock Burton
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung (SGS), bei denen COVID-19 diagnostiziert wird, haben signifikant schlechtere Ergebnisse als jene ohne SGS, einschließlich eines erhöhten Risikos für eine stationäre Behandlung, den Einsatz von Beatmungsgeräten und ein erhöhtes Sterberisiko.
  • Eine medikamentenbedingte kardiovaskuläre und respiratorische Erkrankung vermittelt möglicherweise den Mortalitätseffekt.

Warum das wichtig ist

  • Das Vorliegen einer SGS könnte es erforderlich machen, dass verstärkt auf respiratorische und kardiovaskuläre Erkrankungen geachtet und die Vorgeschichte dahingehend geprüft wird.

Studiendesign

  • Kohortenstudie mit Propensity-Score-Matching.
  • 54.529 Erwachsene, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde, aus der TriNetX-Research-Network-Datenbank.
  • Kohorten:
    • nach demographischen Merkmalen, Adipositas und Diabetes (Kohorte 1; n = 5.562)
    • nach denselben Merkmalen wie Kohorte 1 plus Hypertonie, COPD, ischämische Herzkrankheit und zerebrovaskuläre Erkrankung (Kohorte 2; n = 5.450)
  • Finanzierung: Agency for Healthcare Research and Quality.

Wesentliche Ergebnisse

  • 10,2 % wiesen eine SGS auf.
  • In Kohorte 1 war eine SGS vs. keine SGS mit einem signifikant erhöhten Risiko (95 %-KI) assoziiert für:
    • stationäre Behandlung:
      • 32,5 % vs. 20,7 %;
      • aOR: 1,84 (1,69–2,01).
    • Einsatz eines Beatmungsgeräts:
      • 6,0 % vs. 4,2 %; 
      • OR: 1,45 (1,22–1,72).
    • Mortalität:
      • 4,9 % vs. 3,8 %;
      • OR: 1,30 (1,08–1,56).
  • In Kohorte 2 war eine SGS vs. keine SGS mit einem signifikant erhöhten Risiko assoziiert für: 
    • stationäre Behandlung:
      • 30,9 % vs. 22,6 %;
      • OR: 1,53 (1,40–1,65). 
    • Einsatz eines Beatmungsgeräts:
      • 5,4 % vs. 4,3 %;
      • OR: 1,28 (1,07–1,52).
    • Das Mortalitätsrisiko war jedoch nicht erhöht.

Einschränkungen

  • Keine Daten zum sozioökonomischen Status, zur Inanspruchnahme medizinischer Versorgung für vorbestehende Erkrankungen oder zur Wohnregion.