COVID-19: Risiko für die Bevölkerung: erst mäßig, jetzt hoch und morgen sehr hoch?


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Aktuelles im Fokus
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Kernbotschaften

Das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung durch das neue Coronavirus ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) nun hoch. Die höchste Stufe, die vom RKI genannt werden kann, ist „sehr hoch“, was  auch für einige Regionen in Deutschland zutrifft. Bund und Länder haben einen Notfallplan für Kliniken beschlossen. Neuigkeiten gibt es zudem zum Thema Impfstoffe.

 Alarmsignale

Gründe für die RKI-Entscheidung, das Risiko nun als hoch einzuschätzen, sind die in kurzer Zeit stark gestiegenen Fallzahlen und Alarmsignale der nationalen Gesundheitsämter und der Kliniken. RKI-Präsident Professor Lothar Wieler geht davon aus, dass die tatsächlichen Fallzahlen deutlich höher sind als die offiziellen und bestätigten. Das RKI geht davon aus, dass sich die Pandemie insgesamt über einen Zeitraum von zwei Jahren ziehen werde.

Ein Krankenhaus-Notfallplan

Bund und Länder haben einen Krankenhaus-Notfallplan beschlossen, wie gestern unter anderen „tagesschau.de" meldete. Bund und Länder wollten aufgrund der Entwicklung die stationäre Krankenhausversorgung ausweiten. Um Kliniken zu entlasten, die sich auf den Aufbau von Intensivkapazitäten konzentrierten, müssten an anderen Kliniken und gegebenenfalls provisorischen weiteren Standorten wie Hotels oder umgerüsteten Hallen zusätzliche Betten- und Behandlungskapazitäten - bis hin zur Verdoppelung - aufgebaut werden. Das gehe aus einem „Grobkonzept Infrastruktur Krankenhaus" hervor, auf das sich Bund und Länder verständigt haben.

Zur Steigerung der Beatmungskapazität plane das Bundesgesundheitsministerium mit den Gesundheitsministern der Länder bis Anfang nächster Woche, wann und wo die vom Bund beschafften Beatmungsgeräte eingesetzt werden könnten, heißt es außerdem. Die Länder sollten mit ihren Kliniken, die über Intensivkapazitäten verfügten, Pläne für zusätzliche provisorische Intensivkapazitäten erarbeiten. Alle Kliniken und Einrichtungen des Gesundheitswesens sollten „ihre Lagerbestände, Altbestände und Keller durchforsten" nach Betten, Liegen oder Beatmungsgeräten, die zusätzlich genutzt werden könnten.

Tübinger Impfstoff-Hersteller: doch kein Angebot von Trump

Im Gegensatz zu den bisherigen Annahmen soll das Tübinger Unternehmen CureVac , das an einem Impfstoff (eine mRNA-basierte Vakzine) gegen das Coronavirus arbeitet, kein Angebot von der US-Regierung bzw. Donald Trump erhalten haben. Der US-Präsident solle, hieß es am Sonntag, versucht haben, sich mit viel Geld den Impfstoff exklusiv für die USA zu sichern. Dies treffe allerdings nicht zu, so das Unternehmen in einer Telefonkonferenz . Es habe weder von Trump noch von Mitarbeitern des US-Präsidenten ein Übernahmeangebot gegeben, „weder für die Technik, noch für das Unternehmen“. Es habe auch kein Angebot für exklusive Produktionskapazitäten für den US-amerikanischen Bedarf gegeben, betonte der kommissarische CureVac-Chef Franz Haas laut einem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung".. Der Impfstoff des Tübinger Unternehmen wird derzeit in Tierversuchen getestet; noch in diesem Jahr soll es  die ersten Tests mit Menschen geben. „Ich hoffe sehr, dass wir so vor Herbst Impfstoffe auf dem Markt haben“, wird EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler rechne wie andere Spezialisten auch mit einem marktfähigen Impfstoff frühestens nächsten Frühling.  In den USA hat inzwischen erstmals ein Mensch - eine 43-jährige Frau - einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 injiziert bekommen. Weitere Probanden sollen folgen. Der ebenfalls mRNA-basierte Impfstoff wird gemeinsam mit der privaten Biotechnologiefirma Moderna entwickelt.

Kein Geschmack und kein Geruch

Die häufigsten Symptome der Infektion mit dem neuen Virus sind zwar Fieber und Husten. Laut dem Bonner Virologe Professor Hendrik Streeck hättem jedoch fast alle Infizierten, die er und seine Mitarbeiter befragt hätten, „einen mehrtägigen Geruchs- und Geschmacksverlust“ beschrieben.  Das gehe so weit, dass eine Mutter den Geruch einer vollen Windel ihres Kindes nicht habe wahrnehmen können, so der Virologe in einem Interview Andere Patienten hätten ihr Shampoo nicht mehr riechen können,; das Essen habe auf einmal fade geschmeckt. In 30 Prozent der Fälle sei bei ihren Infizierten auch Durchfall aufgetreten;  das sei häufiger als bisher angenommen.

Versuch mit Rhesusaffen: Keine Reinfektionen

Einer aktuellen tierexperimentellen Studie zufolge ist eine Reinfektion mit dem neuen Virus unwahrscheinlich. So waren Rhesusaffen nach überstandener Covid-19-Erkrankung immun gegen das Coronavirus. Wie lange diese Immuniät anhält, ist jedoch noch unklar. Die Ergebnisse  sprechen zwar dafür, dass auch Menschen nach einer Infektion immun sind. Ein Beweis dafür sind die bei den Tieren erzielten Ergebnisse aber nicht.