COVID-19-Postexpositionsprophylaxe: Mehrere Studien laufen, multizentrische Studie beginnt in Frankreich

  • Mitjà O & al.
  • Lancet Glob Health
  • 19.03.2020

  • von Liz Scherer
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Antivirale Medikamente für eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) stellen eine potenzielle Strategie zur Prävention einer sekundären COVID-19-Übertragung nach einer ersten Kontakt-Exposition dar.
  • Klinische Studien, die prophylaktisches Hydroxychloroquin untersuchen, sind entweder im Gange oder rekrutieren ( China , Spanien  und Südkorea).
  • Eine multizentrische Studie beurteilt die Standardversorgung (SOC) plus Remdesivir sowie plus Lopinavir und Ritonavir sowie plus Lopinavir, Ritonavir und Interferon-beta oder plus Hydroxychloroquin.
  • Die Studie startete am 23. März in Frankreich mit 800 Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingewiesen wurden; die Aufnahme wird sich auf 3.200 europäische Patienten belaufen.

Warum das wichtig ist

  • Die üblichen Interventionen für die öffentliche Gesundheit (soziale Distanzierung, Cordon sanitaire, Kontaktverfolgung) sind alleine nicht ausreichend.
  • Frühe pharmakologische Modelle und anekdotische Berichte deuten auf einen potenziellen Nutzen von Hydroxychloroquin (bei zugelassenen Dosen) gegen eine SARS-CoV-2-Infektion und COVID-19 und auf eine mögliche Verbesserung der Virusausschüttung hin. 

Wichtigste Punkte

  • Strategien zum Schutz von Personen mit hohem Risiko einer Ansteckung mit COVID-19 (insbesondere medizinische Fachkräfte und enge Kontakte) werden dringend benötigt.
  • Sekundäre COVID-19-Erkrankungsraten liegen in den Haushalten bei ~15 %, für enge Kontakte bei ~10 %.
  • Basierend auf früheren klinischen Erfahrungen (z. B. Rifampicin-PEP zur Prävention einer invasiven Meningokokkeninfektion nach dem Kontakt mit einem Indexfall) kann eine Einleitung der PEP unmittelbar nach dem ersten Auftreten von post-COVID-19-Symptomen die Virusausschüttung in Atemwegssekreten reduzieren (die in Sputum gipfelt ~5–6 Tage nach Einsetzen der Symptome und dauert bis zu 14 Tage lang an).
  • Eine gezielte PEP könnte das Infektionsrisiko unter engen Kontakten reduzieren.