COVID-19: Neue Daten zur Booster-Impfung in Pflegeheimen

  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Der Vergleich von mehr als 25000 Bewohnern US-amerikanischer Pflegeheime ergab, dass eine Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gegenüber keiner bzw. verzögerter Booster-Impfung mit einer Reduktion von Infektionen (ca. 45 %), Krankenhauseinweisungen (ca. 70 %) und Mortalität (ca. 65 %) assoziiert war. Allerdings war die Reduktion der Mortalität in einer der beiden untersuchten Populationen statistisch nicht signifikant.

Hintergrund

Die Bewohner von Pflegeheimen zählten zu den ersten Gruppen in der Bevölkerung, für die Booster-Impfungen gegen SARS-CoV-2 empfohlen wurden. Allerdings – so schreiben die Autoren der aktuellen Forschungsarbeit – fehlt es in dieser Population an Daten zur Effektivität von Boostern mit mRNA-Vakzinen hinsichtlich der Vermeidung von Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen.

Design

Kohortenstudie mit 19218 Bewohnern von 202 kommunalen Pflegeeinrichtungen der Firma Genesis HealthCare (medianes Alter 78 Jahre, ca. 64 % weiblich) sowie zu 7606 Personen aus der Versorgungseinrichtung des US-Militärs (Veterans Health Administration), die zu 96 % Männer waren und median 94 Jahre alt. Die Studienteilnehmer hatten bereits 2 Dosen eines mRNA-Impfstoffes (BioNTech/Pfizer oder Moderna) erhalten und waren im Herbst 2021 berechtigt, eine dritte Dosis (Booster) zu erhalten, die bei ca. 40 % auch verabreicht wurde. Die Nachverfolgung erstreckte sich bis Anfang März 2022 und somit bis zu 12 Wochen nach der Impfung bzw. dem Indexzeitpunkt.

Ergebnisse

  • Booster-Impfungen waren mit einer Reduktion der SARS-CoV-2-Infektionen um 37,7 % in der ersten Gruppe und um 74,4 % in der zweiten Gruppe assoziiert.
  • Geboostete Personen in Gruppe 1 hatten um 74,4 % reduzierte Krankenhauseinweisungen, und in Gruppe 2 um 64,1 % reduzierte Krankenhauseinweisungen – jeweils im Vergleich zu Pflegeheimbewohnern ohne Booster-Impfung.
  • Bei insgesamt 63 Todesfällen sah man in der ersten Gruppe eine statistisch signifikante Reduktion der Sterblichkeit von 87,9 % (95%-Konfidenzintervall 75,9 – 93,9), und in der zweiten Gruppe eine Reduktion von 46,6 % (95%-KI 34,6 – 94,8), die aber nicht statistisch signifikant war.

Klinische Bedeutung

Während einer Phase, in der sowohl der Delta- als auch die Omikron-Variante von SARS-CoV-2 kursierten, reduzierte sich in dieser US-amerikanischen Studie nach Booster-Impfungen die Infektionsrate, die Hospitalisierungsrate und der kombinierte Endpunkt aus Hospitalisierung und Mortalität bei den Bewohnern von Pflegeheimen. „Dies legt nahe, dass (die Booster) eine wichtige Rolle bei der Prävention der COVID-19-assoziierten Morbidität und Mortalität spielen“, so die Forscher.

Finanzierung: Förderung einzelner Forscher durch das National Institute on Aging und das National Institute of General Medical Sciences.