COVID-19: NCCN empfiehlt, nicht dringende Behandlungen für Hautkrebs aufzuschieben

  • NCCN
  • 17.04.2020

  • von Pavankumar Kamat
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) hat empfohlen, nicht dringende Behandlungen für Melanom- und Nicht-Melanom-Tumoren der Haut (NMSC) aufzuschieben und sich für geeignete Alternativen zu entscheiden, um Ressourcen während der aktuellen COVID-19-Pandemie zu schonen.

Wesentliche Empfehlungen

  • Obwohl die neoadjuvante Therapie bei Melanomen im Stadium III einer Operation mit anschließender adjuvanter Therapie nicht überlegen ist, ist sie eine ressourcenschonende Option während der COVID-19-Pandemie.
  • Die therapeutische Lymphadenektomie bei Melanomen im Stadium III sollte zurückgestellt und stattdessen eine systemische Therapie mit Checkpoint- oder BRAF/MEK-Inhibitoren angeboten werden, es sei denn, lebenswichtige Strukturen sind durch Metastasen bedroht oder eine neoadjuvante Therapie ist ungeeignet oder hat versagt.
  • NMSC-Exzisionen sollten mit Ausnahme des Merkelzellkarzinoms während der Pandemie verschoben werden.
  • Die adjuvante Therapie nach chirurgischer Entfernung von lokal begrenzten NMSC sollte ebenfalls zurückgestellt werden, außer bei ausgedehnteren Erkrankungen.
  • Bei primär kutanen Melanomen:
    • Die Evidenz zeigt auch nach einer 90-tägigen Therapieverzögerung keine nachteiligen Ergebnisse, selbst bei dickeren Läsionen.
    • Die Sentinel-Lymphknotenbiopsie kann ebenfalls bis zu 3 Monate verschoben werden.
  • Resektionen bei metastasierenden Erkrankungen im Stadium III-IV sollten ebenfalls zurückgestellt werden, außer der Patient weist Symptome auf; stattdessen sollten systemische Behandlungen fortgesetzt werden.
  • Wenn noch eine Resektion versucht wird, sollte die adjuvante Therapie während der COVID-19-Pandemie bei Patienten mit einer Rückfallwahrscheinlichkeit von
  • Wenn eine adjuvante Behandlung noch erwogen wird, ist Dabrafenib+Trametinib die evidenzbelegte Wahl.
  • Bei Melanomen im Stadium IV wird ein Programmed Cell Death-1-Inhibitor mit einem einzelnen Wirkstoff gegenüber Ipilimumab+Nivolumab empfohlen.
  • Bei Melanomen im Stadium IV mit Hirnmetastasen kann Ipilimumab+Nivolumab noch eine Option sein.
  • Bei Medikamentenengpässen können in der adjuvanten Therapie Dabrafenib+Trametinib durch Encorafenib+Binimetinib oder Vemurafenib+Cobimetinib und MEK-Inhibitoren durch BRAF-Inhibitoren als Monosubstanz ersetzt werden.
  • Im Hospiz ist orales Temozolomid die bevorzugte Option für die palliative Chemotherapie.