COVID-19: Mit harmloser Erkältung zu Hause bleiben oder in die Schule?

  • Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) e.V.

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Pünktlich zum Schulstart haben sich Kinder- und Jugendärzte in einer Stellungnahme für eine Rückkehr zum Regelbetrieb in Schulen und Kitas ausgesprochen. Darin gehen sie auch darauf ein, bei welchen Symptomen ein Kind am Schulunterricht teilnehmen darf und wann es lieber zu Hause bleiben sollte.

„Kranke Kinder oder Jugendliche in reduziertem Allgemeinzustand mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder unklarem Hautausschlag gehören weder in die Kita noch in die Schule“, heißt es in der gut 20-seitigen Stellungnahme, gezeichnet von mehreren pädiatrischen Gesellschaften, darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Schule oder Kita seien dann berechtigt, das erkrankte Kind von den Sorgeberechtigten abholen zu lassen. Über einen Arztbesuch entscheiden allerdings allein die Erziehungsberechtigten.

Kinder, welche die genannten Symptome aufweisen, sollten unbedingt auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 getestet werden, forden die Fachgesellschaften. Die Indikation für einen Test werde aber grundsätzlich nur durch die behandelnden Ärzte oder die Gesundheitsbehörden gestellt. Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kitas sind laut der Stellungnahme nicht berechtigt, eine Testung oder die Vorlage eines negativen Testergebnisses einzufordern.

Keine Testung auf eine SARS-CoV-2 bei Schnupfennase

Anders verhält es sich bei Kindern oder Jugendlichen, die ausschließlich unter einer Rhinorrhoe oder verstopfter Nasenatmung mit oder ohne Husten und ohne Fieber leiden. Hier sei nach den Empfehlungen der Kinder- und Jugendmediziner keine Testung auf eine SARS-CoV-2-Infektion erforderlich. Auch bei einer milden selbstlimitierenden Infektion von weniger als 3 Tagen sowie einer eindeutigen Diagnose einer bakteriellen Infektion (z. B. Tonsillopharyngitis durch A-Streptokokken, Harnwegsinfektion, Haut- und Weichteilinfektionen) ist „bei gutem Allgemeinzustand und Abklingen der Symptomatik eine Wiederzulassung zur Gemeinschaftseinrichtung ohne ein ärztliches Attest möglich“, heißt es in der Stellungnahme.

Einige Bundesländer fordern laut der Kinderärzte, dass Eltern gegenüber der Kita für die Wiederzulassung schriftlich zu bestätigen haben, dass ihr Kind zuvor zum Beispiel für 24 Stunden symptomfrei war. Für das kommende Kindergartenjahr empfehlen die Kinder- und Jugendmediziner solche Verfahrensabsprachen in den Betreuungsvertrag zwischen Eltern und Einrichtungen aufzunehmen und damit Verbindlichkeit und Handlungssicherheit zu erzielen.