COVID-19: Laut Modellen liegt in ~ 50 % der Fälle eine präsymptomatische oder asymptomatische Übertragung vor

  • 08.01.2021

  • Liz Scherer
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Mit SARS-CoV-2 infizierte Menschen ohne Symptome verursachen laut dieser Modellierungsstudie wahrscheinlich ≥ 50 % der Übertragungen. 
  • Eine auf symptomatische COVID-19-Patienten begrenzte Identifizierung und Isolation wird die Übertragung nicht unter Kontrolle bringen. 

Warum das wichtig ist

  • Zusätzlich zum Tragen von Masken und sozialer Distanzierung sind Tests asymptomatischer Personen, die möglicherweise dem Virus ausgesetzt werden und/oder bei denen ein hohes Risiko des Kontakts mit infizierten Personen innerhalb von Haushalten oder dem sozialen Umfeld besteht, wesentlich.

Wesentliche Ergebnisse

  • Unter einer Vielzahl von Baseline-Annahmen (durchschnittliche relative stündliche Infektiosität, medianer Inkubationszeitraum) traten ~ 59 % der Übertragungen durch Personen ohne Symptome auf: 35 % waren präsymptomatisch und 24 % asymptomatisch.
  • Mit einem Höhepunkt der Infektiosität im Bereich von 2 Tagen vor (vorwiegend präsymtomatische Übertragung) vs. 2 Tage nach (weniger präsymtomatische Übertragung) dem medianen Einsetzen von Symptomen, und unter Annahme einer asymptomatischen Übertragung im Bereich von 0 %–70 %, finden mindestens 50 % der neuen SARS-CoV-2-Infektionen durch prä-/asymptomatische Übertragung statt.
  • Selbst wenn die höchste Infektiosität mit 2 Tagen nach dem medianen Einsetzen von Symptomen sehr konservativ angesetzt wird, und eine asymptomatische Übertragung von 0 % angenommen wird, würden Personen ohne Symptome noch > 25 % der Übertragungen verursachen.

Studiendesign

  • Entscheidungsanalytische Modellierungsstudie, die den Anteil der SARS-CoV-2-Übertragungen durch Personen ohne Symptome (d. h. präsymptomatisch, asymptomatisch) im sozialen Umfeld beurteilte.
  • Finanzierung: CDC.

Einschränkungen

  • Qualitative Genauigkeit fehlt.
  • Der Anteil präsymptomatischer und zu keinem Zeitpunkt symptomatischer Infektionen ist nicht bekannt. 
  • Individuelle Infektiositätsstärken wahrscheinlich unterschätzt.