Erkenntnis
- Bei Patienten mit einer schweren COVID-19-Erkrankung verringert der Tyrosin-Kinase-Inhibitor Imatinib die Zeit bis zum Beenden der Beatmung oder der Verabreichung zusätzlichen Sauerstoffs für > 48 aufeinanderfolgende Stunden nicht.
- Obwohl das Medikament hinsichtlich dieses primären Ergebnisses versagte, deuten die Ergebnisse bei den sekundären Ergebnissen auf einen Nutzen im Zusammenhang mit der Mortalität und der mechanischen Beatmung hin.
Warum das wichtig ist
- Es wird angenommen, dass dieses Medikament das Auftreten von Kapillarlecks in der Lunge, die bei einer schweren COVID-19-Erkrankung eine wesentliche Komplikation darstellen, rückgängig macht.
Studiendesign
- Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie mit 400 Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung, die in 13 Krankenhäusern in den Niederlanden randomisiert Imatinib (orale Aufsättigungsdosis von 800 mg, gefolgt von 400 mg täglich an den Tagen 1–9) oder Placebo zugewiesen wurden.
- Finanzierung: Amsterdam Medical Center Foundation, Initiative Innovative Arzneimittel 2 der Europäischen Union
Wesentliche Ergebnisse
- Die Gruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich des primären Ergebnisses eines schnelleren Absetzens der Verabreichung zusätzlichen Sauerstoffs oder der mechanischen Beatmung für > 48 Stunden.
- Obwohl in unbereinigten Analysen die Mortalität mit Imatinib mit 8 % geringer war als in der Placebogruppe mit 14 % (HR: 0,51; 95 %-KI: 0,27–0,95), lag nach der Bereinigung keine Signifikanz mehr vor (aHR: 0,52; 95 %-KI: 0,26–1,05).
- Die mediane Dauer der invasiven mechanischen Beatmung war mit Imatinib mit 7 Tagen im Vergleich zu 12 Tagen in der Placebogruppe kürzer (p = 0,0080).
- Es wurden keine mit Imatinib assoziierten unerwünschten Ereignisse berichtet.
Einschränkungen
- Die Stichprobengrößen waren nicht ausreichend, um aus den sekundären Ergebnissen robuste Schlussfolgerungen zu ziehen.
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