COVID-19: Für leichte Erkrankungen werden dringend Therapien benötigt

  • Kim PS & al.
  • JAMA
  • 11.11.2020

  • von Miriam Davis, PhD
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Trotz des Fortschritts bei der Behandlung einer schweren COVID-19-Erkrankung fehlen Behandlungen für Erkrankungen im Frühstadium und leichte Erkrankungen.
  • Solche Behandlungen müssen für ambulante Patienten einfach verabreichbar und zu geringen Kosten weitreichend verfügbar sein, sagt Anthony Fauci, Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases, der zusammen mit Koautoren einen in JAMA veröffentlichten Artikel verfasste.

Warum das wichtig ist

  • Die meisten Patienten mit COVID-19 haben eine leichte Erkrankung.
  • Die Einführung von Behandlungen für eine leichte Erkrankung wird die Ergebnisse der Patienten verbessern, stationäre Behandlungen und langfristige chronische Folgeerkrankungen (Fatigue, kognitive Beeinträchtigung und kardiopulmonale Dysfunktion) verhindern und den Zeitraum der Infektiosität verkürzen.
  • Autoren: „Ambulante Behandlungen ... in Verbindung mit einem wirksamen Impfstoff, hätten entscheidende Auswirkungen auf die Fähigkeit, diese Pandemie zu beenden.“

Wichtigste Punkte

  • Aktuelle Behandlungen, die für eine schwere Erkrankung eingesetzt werden, sind für Patienten mit leichter Erkrankung ungeeignet oder gefährlich. 
    • Remdesivir erfordert tägliche Infusionen und ist im ambulanten Setting nicht einsetzbar. 
    • Dexamethason, ein Immunsuppressivum, könnte die klinischen Ergebnisse verschlechtern.
  • Mehrere Antiviralia werden umfunktioniert und getestet, wie z. B. Camostat Mesylat, ein für chronische Pankreatitis und postoperative Refluxösophagitis zugelassener Wirkstoff.
  • Weitere Beispiele für Wirkstoffe, die für die Anwendung bei einer leichten Erkrankung getestet werden, umfassen:
    • Immunmodulatoren
    • Monoklonale Antikörper
    • Rekonvaleszenten-Plasma
    • Hyperimmun-γ-Globulin
    • Polyklonale Antikörper
  • Die Herausforderung ist, einen Verabreichungsweg zu finden, der für die ambulante Situation geeignet ist, z. B. Antikörper, die durch Inhalation oder subkutane oder intramuskuläre Injektion verabreicht werden.
  • Diese Bemühungen „verdienen die volle Unterstützung der medizinischen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit“, schreiben Fauci und Koautoren.