COVID-19: Erst China, jetzt die ganze Welt


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Aktuelles im Fokus
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

 

Das neue Coronavirus breitet sich weiterhin aus. Weltweit gibt es bislang mindestens 87000 bestätigte Infektionsfälle, davon rund 7000 ausserhalb von China. Das Virus soll inzwischen in mehr als 60 Ländern nachgewiesen worden sein.

RKI: Gefahr in Deutschland aktuell gering bis mäßig

In China sind offiziell rund 3000 Menschen an der Lungenerkrankung gestorben. Als besonders besorgniserregend gilt die Situation im Iran, wo es nach offiziellen Angaben 54 Todesfälle gibt. In Europa ist Italien besonders stark betroffen; dort ist das neue Virus bei inzwischen fast 1700 Menschen nachgewiesen worden, 34 Menschen sind gestorben.

In Deutschland gibt es laut Robert-Koch-Institut bislang (1.3. 20 Uhr) 129 bestätigte Fälle einer Coronavirus-Infektion, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen (74), Baden-Württemberg (15) und Bayern (23). Einen Todesfall gibt es in Deutschland bisher nicht. Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aktuell auch weiterhin als gering bis mäßig ein. Diese Einschätzung könne sich jedoch kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

Problem: Hamster-Käufe

Medien-Berichten zufolge kommt es in Deutschland allerdings bereits zu vereinzelten „Hamster-Käufen“. „Die Verbraucher legen Vorräte haltbarer Lebensmittel, Getränke, Toilettenpapier - und Desinfektionsmittel an. Auf Bildern aus Supermärkten sind leergeräumte Regale zu sehen“, meldet unter anderen der „Spiegel“ . „Gehamstert“ werden offenbar auch Schutzausrüstungen für medizinisches Personal. 

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn sei nicht mehr verfügbare Schutzausrüstung zum Beispiel für Ärzte ein „großes Thema" - weil Länder, Krankenhäuser und auch Privatpersonen auf der ganzen Welt auf Vorrat kauften. Auch Hersteller in Deutschland seien oft selbst auf Vorprodukte aus China angewiesen.

Hohe Sterberate bei intensivpflichtigen Patienten

Chinesische Wissenschaftler haben vor wenigen Tagen weitere Daten zum klinischen Verlauf der Lungenerkrankung veröffentlicht. Konkret ging es um den Verlauf bei schwer kranken erwachsenen Patienten mit COVID-19. Wie die chinesischen Wissenschaftler berichten, starben von den 52 intensivmedizinisch betreuten Patienten innerhalb von 28 Tagen fast zwei Drittel (n = 32; 61,5%). Die Patienten waren im Mittel 60 Jahre alt, 35 (67%) waren Männer, 21 (40%) hatten eine chronische Erkrankung. Im Mittel starben die Patienten innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der intensivmedizinischen Versorgung. Die 32 gestorbenen Patienten waren im Mittel älter als die 20 überlebenden Intensiv-Patienten (64,6 versus 51,9 Jahre); ein ARDS war bei den gestorbenen Patienten fast doppelt so häufig (81 versus 45 Prozent); deutlich mehr mussten beatmet werden (94 versus 35 Prozent).