Covid-19: Die wöchentlichen Highlights rund um die Welt: Gefahr einer neuen Welle, anhaltender Druck durch Covid-19 auf Krankenhäuser und die neue rekombinante Variante XE

  • Claudia Bravo
  • Medical News
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Aufgrund der enormen Dynamik der COVID-19-Pandemie möchten wir von Medscape die wichtigsten und klinisch relevanten Artikel der vergangenen Woche mit Ihnen teilen.

 

Es handelt sich dabei um eine Momentaufnahme nach bestem Wissen und Gewissen während einer sich schnell entwickelnden Pandemie. Jede und alle verfügbaren Informationen zu COVID-19 können sich mit neuen wissenschaftlichennErkenntnissen ändern. Einigen der unten stehenden Informationen kann auch von nationalen oder internationalen Gesundheitsbehörden widersprochen werden.

 

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Im Vereinigten Königreich, wo die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen des Coronavirus weiter steigt, werden ab dem 1. April keine kostenlosen COVID-19-Tests mehr für die Allgemeinheit angeboten. Aber die Regierung hat den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des National Health Service (NHS) in England mitgeteilt, dass sie weiterhin kostenlos getestet werden können. Der anhaltende Druck von COVID-19 auf die Krankenhäuser ist unübersehbar, und ein großer Ambulanzdienst erklärte einen kritischen Zwischenfall, nachdem er aufgrund des „extremen Drucks" gezwungen war, Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Verletzungen und Krankheiten Priorität einzuräumen. Der Dienst versorgt sieben Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in Berkshire, Buckinghamshire, Hampshire, Oxfordshire, Sussex und Surrey.  

In den letzten 7 Tagen wurden im Vereinigten Königreich 425.303 Personen positiv auf COVID-19 getestet, was einen Rückgang um 25,9 % gegenüber der Vorwoche bedeutet (Stand: 05. April).

In Frankreich nimmt die Zahl der bestätigten Infektionen weiter zu, auch wenn die Steigung abzuflachen scheint (Re = 1,2). Während am 5. April 203.021 Fälle von COVID-19 gemeldet wurden, waren es am 30. März 169.024. Die nationale Inzidenzrate betrug vom 27. März bis zum 2. April über sieben Tage 1.435,5 pro 100.000 Menschen.

In Deutschland sollten sich Covid-19-Infizierte ab dem 1. Mai eigentlich nur noch freiwillig und für einen kürzeren Zeitraum selbst isolieren. Jetzt rudert der Bundesgesundheitsminister zurück und spricht von falschen und schädlichen Signalen. „Die Aufhebung der Anordnung der Isolation nach COVID-19-Infektion durch die Gesundheitsämter zugunsten der Freiwilligkeit wäre falsch und wird nicht kommen. Hier habe ich einen Fehler gemacht", schrieb der Politiker am Mittwoch (6. März) auf Twitter. Die geplante Änderung würde die Gesundheitsämter entlasten. Aber das Signal sei „falsch und schädlich".

Lauterbach weiter: „COVID-19 ist keine Erkältung. Deshalb muss auch nach der Ansteckung eine Isolation erfolgen. Das wird von den Gesundheitsbehörden angeordnet und kontrolliert." Demnach soll eine verkürzte Isolation von fünf Tagen bestehen bleiben.

Hinzu kommt, dass nach mehr als zwei Jahren COVID-19-Pandemie die Maskenpflicht in Deutschland inzwischen fast überall passé ist. Allerdings können Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten den Zugang zu ihren Praxen weiterhin vom Tragen einer Maske abhängig machen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung betonte, dass sie berechtigt sind, eine solche Regelung in ihrem individuellen Praxishygienekonzept festzulegen.

In der Schweiz geht die Zahl der COVID-19-Neuinfektionen weiter zurück, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilt: Die 7-Tage-Inzidenz von 9552 am 5. April war 45 % niedriger als in der Vorwoche. Die letzten COVID-19-Maßnahmen werden Ende März aufgehoben: Keine Isolationspflicht mehr für Infizierte, keine Maskenpflicht mehr in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gesundheitseinrichtungen. Kostenlose Tests für Personen mit Symptomen werden jedoch weiterhin angeboten.

In Österreich sind einige der dreifach geimpften Personen bereits oder werden bald ohne gültiges digitales COVID-19-Zertifikat dastehen. Derzeit ist dieses Zertifikat in Österreich maximal 270 Tage gültig, eine vierte Impfung wird noch nicht generell empfohlen und kann nur „off-label" verabreicht werden. Gesundheitsminister Johannes Rauch hatte daher kürzlich eine Verlängerung für Dreifachgeimpfte angekündigt.

In Italien ist die Inzidenz von COVID-19 stabil und beträgt nach Daten des Gesundheitsministeriums 836 Fälle pro 100.000 Personen. Die durchschnittliche Rt, die anhand der symptomatischen Fälle berechnet wird, steigt jedoch weiter an und liegt jetzt bei 1,24.

In öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen und geschlossenen öffentlichen Räumen besteht nach wie vor Maskenpflicht, und für Besuche in Restaurants und Bars ist nach wie vor eine Gesundheitsbescheinigung erforderlich, die den Abschluss des Impfzyklus oder die Genesung belegt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums tritt die BA.2-Variante in Italien immer häufiger auf, während es bisher keine Hinweise auf das Auftreten der Xe-Variante gibt.

In Portugal ist die Zahl der täglichen Neuerkrankungen pro eine Million Menschen in den letzten sieben Tagen von durchschnittlich 1.060 auf 985 gesunken. Damit rückte das Land laut dem Monitor „Unsere Welt in Daten" von Platz 15 auf Platz 14 der höchsten Fallzahlen in Europa.

In Spanien hat das Gesundheitsministerium am 1. April das neue Vigilanzsystem für COVID-19 eingeführt. Daten über die kumulative Inzidenz pro 100.000 Personen nach 14 Tagen für die Allgemeinbevölkerung werden nur noch für die Bevölkerung über 60 Jahre veröffentlicht.  Dieses neue System wurde von einigen medizinischen Organisationen stark kritisiert. Die Debatte über die Verwendung von Masken in Innenräumen ist noch nicht abgeschlossen.

Außerdem sind diagnostische Tests bei Personen mit leichten Symptomen nicht mehr angezeigt, wenn sie unter 60 Jahre alt sind und keine Anfälligkeitsfaktoren aufweisen. Personen mit Symptomen müssen nicht mehr isoliert werden.

In Amerika sind die COVID-19-Fälle und Todesfälle in den meisten Gebieten zurückgegangen. Dennoch werden in der Region weiterhin jede Woche mehr als 620.000 neue Fälle registriert.

Die Direktorin der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO), Dr. Carissa F. Etienne, erinnerte die daran, dass „die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme nicht nur eine Notwendigkeit ist, um COVID zu überwinden, sondern eine Investition in unsere Zukunft ".

Die PAHO berichtete auch, dass die neue rekombinante XE-Variante bisher nur in einer Minderheit von Proben in Europa nachgewiesen wurde und es keine Anzeichen dafür gibt, dass sie auf dem amerikanischen Kontinent zirkuliert.

In den Vereinigten Staaten ist die Subvariante BA.2 inzwischen für 72 % der neuen COVID-19-Fälle verantwortlich, die von den Gesundheitsbehörden sequenziert wurden. Nach Angaben des COVID-Trackers der New York Times sind seit Mittwoch (6. April) in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten in den letzten zwei Wochen mehr Fälle aufgetreten, darunter in den meisten Bundesstaaten des Nordostens.

In der gesamten Karibik gab es in 15 Ländern ebenfalls einen Anstieg der Neuinfektionen. In den anderen Ländern sind die Meldungen über Todesfälle ebenfalls gestiegen.

In Mexiko wurde die zehnte Woche in Folge ein Rückgang der Pandemie verzeichnet. Die Regierung von Mexiko-Stadt gab bekannt, dass die Verwendung von Masken im Freien freiwillig ist, solange ein entsprechender Abstand eingehalten wird.

In Brasilien hat die Gesundheitsbehörde Anvisa die endgültige Zulassung des Impfstoffs von Janssen gegen COVID-19 genehmigt. Außerdem teilte die Aufsichtsbehörde mit, dass sie bis Freitag (8. April) die Stellungnahme eines Sachverständigenausschusses zur Verwendung des Impfstoffs Coronavac des chinesischen Pharmaunternehmens Sinovac, der vom Butantan-Institut hergestellt wird, für Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren zugänglich soll.

In Afrika ist die Zahl an neuen COVID-19-Fällen deutlich zurückgegangen, und zwar um 44,0 % in der Woche vom 28. März bis zum 3. April 2022 im Vergleich zur Vorwoche; nur auf Mauritius ist derzeit ein Wiederanstieg zu verzeichnen. Benin, Burkina Faso, die Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea, Liberia, Mauritius, São Tomé und Príncipe sowie die Vereinigte Republik Tansania meldeten in den letzten sieben Tagen keine neuen Fälle. Viele Länder heben die COVID-19-Überwachung und Quarantänemaßnahmen nach und nach auf.

Etwa 201 Millionen Menschen (15,6 % der Bevölkerung) sind vollständig geimpft, verglichen mit dem weltweiten Durchschnitt von 57 %. Die WHO unterstützt die afrikanischen Länder weiterhin dabei, die Impfraten durch Massenimpfkampagnen zu erhöhen.

 

China meldete am Dienstag (5. April) eine Rekordzahl von 20.472 täglichen COVID-19-Fällen, die meisten davon in der Finanzmetropole Shanghai. Die Stadt bleibt weiterhin abgeriegelt, während sie die Ergebnisse der Massentests bei ihren 26 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überprüft. Tausende zusätzliche medizinische Fachkräfte aus anderen Provinzen des Landes wurden nach Shanghai entsandt.

Singapur und Malaysia haben ihre Grenzen ab dem 1. April wieder vollständig für geimpfte Touristinnen und Touristen geöffnet.

- Univadis, Medscape, Coliquio, & Mediquality-Redaktion