COVID-19: Das Virus schreitet voran, die Welt „erstarrt“


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Aktuelles im Fokus
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Kernbotschaften

Seit Tagen überschlagen sich die Negativ-Meldungen zu COVID-19. Von der WHO ist die Infektion mit SARS-CoV-2 inzwischen zur Pandemie erklärt worden. Viele Länder, darunter vor allem Italien, reagieren mit erheblichen Einschränkungen für ihre Bürger. Manche Länder versuchen sich abzuschotten. Auch in Deutschland haben einige Bundesländer das öffentliche Leben deutlich eingeschränkt. Negative Nachrichten überwiegen zwar; es gibt aber auch Positives zu melden.

Ein neuer Test

Eine erfreuliche Nachricht der letzten Tage zu COVID-19 ist, dass der Arzneimittel- und Diagnostika-Hersteller Roche von der FDA  (Food and Drug Administration) die Notfall-Zulassung für einen neuen SARS-CoV-2-Test erhalten hat. Laut Roche soll der Test auf allen Märkten erhältlich sein, die eine CE-Kennzeichnung akzeptieren, also auch in der EU. Es werde so viele Testkits produzieren wie nur möglich, so das Schweizer Unternehmen.

Der qualitative Test basiert auf dem Prinzip der Real-Time-PCR und kann spezifisch die Nukleinsäure des neuen Virus SARS-CoV-2 in Abstrichen der Nasen- und Rachenschleimhaut von Patienten nachweisen, bei denen die klinischen Kriterien für eine Infektion mit dem Coronavirus erfüllt sind. Mit dem Test kann außerdem Erbinformation von Sarbecoviren nachgewiesen werden, zu denen auch SARS-CoV-2 zählt. Ergebnisse sollen nach dreieinhalb Stunden vorliegen.Ein negatives Test-Ergebnis schließe eine Infektion mit dem neuen Coronavirus nicht aus und sollte immer zusammen mit den klinischen Befunden interpretiert werden. Severin Schwan, Vorstandsvorsitzender des Schweizer Pharmakonzerns, betont zudem, dass trotz dieses neuen Tests „der Bedarf an Tests immer noch nicht voll gedeckt werden könne“. Daher hält er es laut einem Bericht in der „ Frankfurter Allgemeinen Zeitung“   weiterhin für richtig, nicht flächendeckend vorzugehen und nur jene Personen auf das Virus zu testen, die entsprechende Symptome zeigen oder aus Hochrisikogebieten kommen.

Lieferengpässe beim Pneumokokken-Impfstoff

Wenig erfreulich ist hingegen, dass es beim Pneumokokken-Standardimpfstoff für Erwachsenem (Pneumovax 23) Lieferprobleme gibt. Die STIKO hat daher ihre Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung angepasst. So sollten angesichts der Knappheit demnach bis auf Weiteres zunächst Erwachsene geimpft werden, die

  • eine Immunschwäche haben,
  • mindestens 70 Jahre alt sind oder
  • unter einer chronischen Atemwegserkrankung leiden.

Außerdem gibt es noch einen zweiten Standardimpfstoff, der vor allem für Kleinkinder vorgesehen ist. Dieser (Handelsname Prevenar 13) steht ebenfalls auf der Liste der Impfstoffe, bei denen es einen Lieferengpass gibt. Dieser Impfstoff soll laut STIKO ausschließlich für die Grundimmunisierung von Säuglingen bis zu einem Alter von zwei Jahren verwendet werden. Sollte der Impfstoff nicht verfügbar sein, könne noch auf einen anderen Impfstoff ausgewichen werden.

Laut Paul-Ehrlich-Institut  wird der Erwachsenenimpfstoff (Pneumovax 23) voraussichtlich Anfang Mai wieder lieferbar sein. Der Pneumokokken-Konjugatimpfstoff Prevenar 13 von Pfizer sei „derzeit eingeschränkt verfügbar", teilt Pfizer mit. Damit die Vakzine weiterhin lieferbar sei, limitiert das Unternehmen derzeit die Bestellmengen in Deutschland.

Unerfreulich ist auch der Befund von US-Wissenschaftlern, wonach Sars-CoV-2 auf glatten Oberflächen (Metalle, Kunststoffe) bis zu drei Tage überleben kann. Dieses Coronavirus ähnele dabei dem verwandten SARS-Virus, berichten die Forscher . Ihren Angaben zufolge ist Sars-CoV-2 in Tröpfchenpartikeln in der Luft bis zu drei Stunden infektiös, auf Kupfer bis zu vier Stunden, auf Karton bis zu 24 Stunden und auf Plastik und rostfreiem Stahl bis zu drei Tage. Wenig überraschend, aber nicht minder unerfreulich ist, dass Donald Trump Medienberichten zufolge derzeit versucht, Wissenschaftler des Tübinger Pharmaunternehmens CureVac , die an einem Impfstoff gegen Coronaviren arbeiten, mit viel Geld in die USA zu locken und den Impfstoff exklusiv für sein Land zu sichern.Trump biete dem Tübinger Unternehmen einen hohen Betrag, um sich dessen Arbeit exklusiv zu sichern. Der US-Präsident tue alles, um einen Impfstoff für die USA zu bekommen. „Aber eben nur für die USA", hieß es angeblich in der Bundesregierung. Trump bleibt sich und seiner Drohung „America first“ eben treu. Einer aktuellen Meldung zufolge hat allerdings SAP-Gründer Dietmar Hopp den Vorstoß von US-Präsident Donald Trump abgewehrt, einen möglichen Impfstoff der deutschen Firma hauptsächlich für die USA zu sichern. Hopp ist Haupteigner von CureVac. In seiner Ablehnung am Sonntagabend soll Hopp den US-Präsidenten indirekt als unsolidarisch bezeichnet haben.