COVID-19: Beweise sprechen zunehmend für Steroide

  • Arabi YM & al.
  • Intensive Care Med
  • 07.10.2020

  • von Jenny Blair, MD
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Die Evidenzen dafür, dass Kortikosteroide bei der Behandlung von COVID-19 eine Rolle spielen können, häufen sich.
  • Autoren: Jüngste Daten „stellen einen Meilenstein in der Behandlung von COVID-19 dar, während viele Fragen offen bleiben“.

Warum das wichtig ist

  • In den letzten Wochen sind mehrere Studien aufgekommen, die Hinweise auf einen Nutzen von Steroiden bei COVID-19 liefern.

Beschreibung

  • Leitartikel, der sich mit Studien zur Wirksamkeit und potenziellen Mechanismen auseinandersetzt. 

Wichtige Einzelheiten

  • In der RECOVERY-Studie wurde eine geringere Mortalität bei COVID-19-Patienten festgestellt, die 10 Tage lang mit Dexamethason behandelt wurden, jedoch nur bei jenen, die keine Beatmung benötigten.
  • Eine Metaanalyse von sieben Studien ergab eine niedrigere Mortalität bei kritisch kranken COVID-19-Patienten unter Steroidbehandlung: OR: 0,66 %; 95 %-KI: 0,53‒0,82).
  • Eine Steroidbehandlung ist bei Patienten mit folgenden Ergebnissen mit einer niedrigeren Mortalität assoziiert:
    • Nichtvirales akutes respiratorisches Distress-Syndrom, dessen Deregulierung der Immunantwort derjenigen in COVID-19 ähnelt.
    • Ambulant erworbene Pneumonie mit Krankenhauseinweisung.
  • COVID-19 ist mit Entzündung, Endothelschädigung und Blutgerinnung assoziiert.
  • Neutrophile extrazelluläre Fallen (Neutrophil Extracellular Traps, NETs) induzieren eine COVID-19-assoziierte Hyperkoagulabilität, in präklinischen Modellen verhinderte Dexamethason die Freisetzung von NETs.
  • Bei einer schweren Entzündung wird eine kurzfristige Therapie gut vertragen.
  • Zu den unbekannten Faktoren zählen:
    • Auswirkungen auf unterschiedliche Populationen;
    • Auswirkungen von Veränderungen der Dosierung und des Steroidtyps;
    • Anpassung der Behandlung als Reaktion auf Laborergebnisse;
    • Auswirkungen auf die Virusreplikation und
    • Wechselwirkungen mit z. B. Antikoagulanzien.