Coronavirus: Labormediziner verteidigen Testkosten

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Berlin (pag) – Der Verein Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) weist die Kritik der AOK an den Kosten für PCR-Tests auf SARS-CoV-2 zurück. In einer Video-Pressekonferenz erklären Vorstände, wie der Preis zustande kommt. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) findet deutliche Worte in Richtung Allgemeine Ortskrankenkassen.

 

59 Euro müssen die Krankenkassen gemäß Einheitlichem Bewertungsmaßstab (EBM) für einen Test auf das neuartige Coronavirus zahlen. Angesichts von mehr als 350.000 Tests pro Woche zu viel, meint Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands. „Wir müssen auf jeden Fall über den Preis der Tests auf das Coronavirus verhandeln“, kündigt er gegenüber der Rheinischen Post an. Mit dem Anstieg der Menge sei in Marktwirtschaften normalerweise auch eine Preissenkung verbunden, sagt Litsch. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass die Labore auch bei einem deutlich geringeren Preis von 15 Euro pro Test noch Gewinne erzielen könnten.

Beim Verein Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), der einen Großteil der Corona-Testlabore repräsentiert, stoßen die Aussagen auf Unverständnis. Die Kritik der Kassen sei „weder sachgerecht noch angemessen“, sagt Vorstandschef Dr. Michael Müller in einer Video-Pressekonferenz. Allein die Beschaffung eines Testkits übersteige den Preis von 15 Euro, bekräftigt Müllers Vorstandskollege Evangelos Kotsopoulos. Hinzu kämen „Dutzende weitere Kostenpositionen“ wie geschultes Personal, Arbeitsschutz und Auswertungstechniken. Kotsopoulos bezeichnet die Vorwürfe der AOK als „provokant“. Der Erstattungspreis in Deutschland sei nicht außergewöhnlich, in anderen Ländern wie den USA oder der Schweiz liege er sogar deutlich höher. „Wir haben kein schlechtes Gewissen“, stellt Kotsopoulos klar.

 

Auch der Vorstand der KBV reagiert mit Unverständnis auf Litschs Aussagen. „Um ein Testergebnis zu bekommen, werden Infrastruktur, Raum, Geräte, entsprechend qualifizierte Mitarbeitende und Qualitätssicherung benötigt. Das ist mit einem Dumpingpreis von 15 Euro nicht zu haben“, meint KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.