Coronatests: Simple Lösungen sind gefragt

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Berlin (pag) – Den Fragen der Vertragsärzte zur Coronakrise stellt sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Video-Konferenz. Zentrales Thema sind die Testungen. Dem Bundesvorsitzenden des Virchowbundes zufolge zeichne sich ein „Wust an Formularen und unterschiedlichste Abrechnungswege“ ab. Dr. Dirk Heinrich appelliert an Minister und Kassenärztliche Bundesvereinigung: „Keep it simple“.

 

Dr. Carola Maitra erlebt, dass die Kostenübernahme der Tests nicht klar geregelt ist. Wer zahlt für Testungen bei Rückkehrern ins Büro? Wer bei Kindern, bei denen ein Schnupfen vor dem Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung abzuklären ist? Weitere Stichwörter aus der Fragerunde: Wer ist bei Rückkehrern aus dem Ausland in der Pflicht, wer bei Abstrichen vor einer OP oder vor der Aufnahme ins Pflegeheim? Maitra hat regional unterschiedliche Vorgehensweisen beobachtet.

 

Es gibt klare Regeln, meint dagegen Spahn. Personen mit Symptomen oder bei denen eine Risikosituation bestand, liefen über die Schiene der Krankenkassen. Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) könne präventive Testungen, beispielsweise im Pflegeeinrichtungen, veranlassen. Spahn lässt aber auch erkennen, dass beim Zusammenspiel von Kassenärztlichen Vereinigungen und ÖGD noch Verbesserungsbedarf besteht. Es gebe einen intensiv genutzten Verschiebebahnhof, „wo die einen versuchen, die Krankenhausaufnahmetestung von dem einen in den anderen Block zu verschieben“. Im Grunde sei es aber egal, ob ein Test über ein ÖGD-Formular oder als Kassenleistung abgerechnet werde, denn „am Ende zahlen es die Kassen und am Ende zahlt es der Bundeszuschuss“. Grundsätzlich will der Politiker, dass die Tests im Zweifelsfall großzügig gehandhabt werden. Das müsse gegenüber den Gesundheitsämtern noch einmal klar kommuniziert werden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Schutzausrüstung. „Wir standen nackt in der Pandemie“, sagt Dr. Christoph Sass aus Braunschweig. Er moniert zudem Qualitätsmängel bei importiertem Schutzmaterial. Die Politik bemühe sich, hierzulande dafür eine Produktion aufzubauen, berichtet Spahn. Ein Versprechen, dass nichts fehlen wird, könne er aber nicht geben.