Corona: Wieder mehr Intensivpatienten

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Berlin (pag) – 4.058 Covid-19-Neuinfektionen laut Robert Koch-Institut (RKI) am gestrigen Donnerstag und 4.516 heute: Mit Sorge blicken Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler auf die aktuelle epidemische Lage.

 

„Es gibt wieder mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern“, hält Wieler in der Bundespressekonferenz fest. Derzeit befänden sich rund 470 Coronapatienten in intensivmedizinischer Behandlung. Die Zahl habe sich in den letzten vier Wochen verdoppelt. Die Infektiologin Prof. Susanne Herold (Universitätsklinikum Gießen) befürchtet einen weiteren Anstieg. „Wir bereiten uns auf eine neue Welle der Aufnahme von Patienten vor, die schwer erkrankt sind.“

Zwar stecken sich momentan eher junge Menschen an, diese könnten das Virus aber in vulnerable Gruppen übertragen, sagt Dr. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Er sieht die Praxen für die kommende Zeit gut aufgestellt. „Wir haben die Möglichkeit, Patientenströme zu trennen“, sagt er. Zudem gebe es spezielle Infektionssprechstunden und wenn notwendig könnten Infektambulanzen, auch mobil, eingerichtet werden.

Außerdem rät Gassen zur Nutzung der Corona-Warn-App. Zuvor veröffentlichten die KBV, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ein Plädoyer für die Anwendung.

Bisher könne das Gesundheitssystem mit dem Geschehen umgehen, betonen Gassen und Spahn. Man müsse aber verhindern, dass die Zahl der Neuinfektionen exponentiell ansteigt, sagt der Minister. Deswegen seien die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) weiterhin einzuhalten und um die Buchstaben L für Lüften und ein weiteres A für App zu ergänzen.

Das Wort „Lockdown“ will Spahn am liebsten nicht in den Mund nehmen. Eine Situation wie im März und April werde sich aber eher nicht wiederholen, sagt er. „Wir haben keine Ausbrüche beim Einkaufen. Wir haben keine Ausbrüche beim Friseur. Wir haben kaum Ausbrüche im öffentlichen Nahverkehr. Auch in den Kindergärten und Schulen läuft es bis hierhin vergleichsweise gut.“