Corona: Regierung will Kittel und Mundschutz zentral beschaffen

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Berlin (pag) – Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus appelliert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) weiterhin besonnen zu handeln. Sorgen bereitet ihr allerdings der Mangel an medizinischer Schutzkleidung. Für diese verhängt die Bundesregierung ein Exportverbot. 

 

„Materialien dieser Art sind knapp“, sagt KBV-Vizevorstandsvorsitzender Dr. Stephan Hofmeister. Es gebe sogar einen Schwarzmarkthandel, für ihn eine „moralische Unverschämtheit“. Medienberichten zufolge beruht die Knappheit u.a. darauf, dass die Hersteller auf Rohstoffe aus China angewiesen sind. Neben dem Exportverbot ergreift der gemeinsame Krisenstab aus Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Bundesinnenministerium eine weitere Maßnahme: Das BMG beschaffe die Schutzkleidung zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser sowie für Bundesbehörden, teilen die Ministerien mit. Die Kassenärztlichen Vereinigungen erklären sich laut KBV bereit, die Verteilung der Produkte an die Arztpraxen zu übernehmen, sobald sie zur Verfügung stehen. „Wir setzen alles daran, dass die Bereitstellung und Verteilung so schnell wie möglich erfolgen wird“, betont KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. „Denn wir dürfen Ärzte und ihre Praxismitarbeiter nicht gefährden.“ Außerdem weist die KBV daraufhin, dass Niedergelassene Anspruch auf Entschädigung hätten, wenn die Praxis aus infektionsschutzrechtlichen Gründen geschlossen werden muss.

Die Gefahr, sich anzustecken, sei aber immer noch relativ gering, sagt Gassen. Er rät davon ab, im großen Umfang die Bevölkerung auf Corona zu testen. Bei Verdachtsfällen oder bei bereits kranken Menschen sei das natürlich anders. „Ob getestet wird, liegt im Ermessen des Arztes“, hält er fest. Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion erforderlich seien, würden seit dem 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt, teilt die KBV mit. Darauf habe sie sich mit dem GKV-Spitzenverband geeinigt. Ärzte müssen die Fälle dazu mit der Ziffer 88240 kennzeichnen.