COPD: Bei niedrigen Vitamin-D-Werten könnte eine Supplementierung Exazerbationen verhindern


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Meta-Analyse von 3 Studien hat auf Basis der individuellen Patientendaten überprüft, ob eine Supplementierung mit Vitamin D Exazerbationen der COPD verhindern kann. Es fand sich ein protektiver Effekt: aber nur für initiale Blutspiegel von

Hintergrund

Randomisierte Studien zur möglichen Prävention von COPD-Exazerbationen mit Vitamin D haben widersprüchliche Ergebnisse. Von einer Meta-Analyse individueller Patientendaten haben Wissenschaftler sich nun erhofft, Faktoren zu finden, welche die Variabilität erklären könnten.

Design

Literaturrecherche nach randomisierten Studien zur Vitamin-D-Supplementierung von Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), bei denen die Inzidenz akuter Exazerbationen bestimmt wurde. Analyse der Patientendaten auf individueller Ebene mit Adjustierung für Alter, Geschlecht sowie Schweregrad der Erkrankung gemäß spirometrischer Klassifizierung der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD).

Hauptergebnisse

  • Aus ursprünglich 187 Referenzen wurden 4 randomisierte Studien mit insgesamt 560 Teilnehmern identifiziert. Bei einer Untersuchung wurden die individuellen Patientendaten (n=88) nicht zur Verfügung gestellt, so dass 3 Studien mit 469 Personen übrigblieben.
  • Die Vitamin-D-Supplementation hatte keinen Einfluss auf die Gesamtrate von mittelschweren und schweren Exazerbationen (adjustierte relative Inzidenzrate [aIRR] 0,94 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,78 – 1,13).
  • Die präspezifizierte Subgruppenanalyse ergab indes einen protektiven Effekt für Patienten mit einem anfänglichen Spiegel von
  • Die Gabe von Vitamin D hatte keinen Einfluss auf den Anteil der Teilnehmer mit mindestens einer schweren Nebenwirkung (adjustierte Odds Ratio 1,16; 95%-KI 0,76 – 1,75).

Klinische Bedeutung

Obwohl die Meta-Analyse mit 3 Studien und 469 Patienten vergleichsweise klein ausfällt, folgern die Autoren, dass das Risiko einer deutlichen Verschlechterung der Lungenfunktion bei COPD-Patienten mit Blutwerten unterhalb 25 nmol/L 25-Hydroxyvitamin D durch Supplementation verringert werden kann. Sie raten deshalb dazu, bei Patienten, die bereits eine Exazerbation der COPD hatten, den Vitamin-D-Status zu überprüfen und den Betroffenen gegebenenfalls eine Supplementation anzubieten.

Finanzierung: National Institute for Health Research (NIHR).