Computerspiele reduzieren Gehirnvolumen

Das Gehirn von Menschen, die viel Zeit mit Online-Computerspielen verbringen, zeigt ein geringeres Volumen des orbitofrontalen Kortex. Das zeigt der Vergleich von Gehirnen von regelmäßigen Spielern und Nicht-Computerspielern. Laut den Ergebnissen einer aktuellen Studie ist das reduzierte Hirnvolumen nicht Voraussetzung für passioniertes Spielen sondern die Folge.

Für dieses Ergebnis untersuchten Forscher aus Ulm im Rahmen einer Längsschnittstudie 119 Erwachsene. 41 Personen davon waren passionierte Onlinespieler, 78 hatten bis dato keine Erfahrungen mit Onlinespielen gemacht. Diese Anfänger wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte sollte sechs Wochen lang jeden Tag mindestens eine Stunde das Computerspiel „World of Warcraft“ (zugelassen für Kinder ab zwölf Jahren) spielen, die andere Hälfte sollte nicht spielen und bildete damit die Kontrollgruppe. Zu Beginn und am Ende wurden bei allen Teilnehmer eine Magnetresonanztomografie durchgeführt.

Verglichen die Forscher die Scans von den erfahrenen Spielern mit den Nicht-Spielern zeigte sich bei den Spielern ein geringeres Volumen des orbitofrontalen Kortex. Interessanterweise nahm während des Untersuchungszeitraums auch bei den Neuspielern die graue Substanz im orbitofrontalen Kortex ab.

Dieser Bereich befindet sich im Großhirnrindengebiet direkt über der Augenhöhle und gehört zum Frontallappen, der für die Kontrolle von Emotionen verantwortlich ist. Man nimmt an, dass der orbitofrontalen Kortex eine wichtige Rolle beim Korrigieren der Bewertung emotionaler Stimuli spielt, das heißt wichtig für erlernte Emotionen ist. Daher kann man ihn in gewisser Weise als Sitz ethischer Empfindung bezeichnen.